Auch 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges finden Spezialistinnen und Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) in Brandenburg Kampfmittel. Im vergangenen Jahr wurden 360 Tonnen Kampfmittel gefunden. Ein Anstieg von 20 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr. Dies geht aus der vorläufigen Bilanz des Dienstes hervor.
Insgesamt konnten 897 Hektar Landesfläche bis Ende November 2024 aus dem Kampfmittelverdacht entlassen werden, das entspricht zirka einem Drittel mehr Fläche als im vergangenen Jahr. Die 360 Tonnen umfassen u. .a. 1.900 Stück Nahkampfmittel, 650 Stück Minen, 24.000 Stück Granaten, 700 Stück Brandbomben, 100 Stück Sprengbomben über 5 Kilogramm, 1.800 Stück Panzerabwehrraketen bzw. Raketen, 1.500 Stück Waffen/Waffenteile sowie 370.000 Stück Handwaffenmunition.
In den elf Monaten, die die Bilanz umfasst, hat der KMBD über 4.800 Anfragen von Grundstückseigentümern auf Kampfmittelbelastung bearbeitet und wurde zudem zu fast 1.750 Zufallsfunden im Rahmen der Gefahrenabwehr gerufen. Außerdem beauftragte er über 200 Kampfmittelräummaßnahmen auf landeseigenen, kommunalen und privaten Liegenschaften und wurde auch als Geschäftsbesorger für Dritte tätig. Insgesamt hat der KMBD 400 Tonnen Kampfmittel und -teile im vergangenen Jahr vernichtet.
Billig ist Räumung nicht. Insgesamt 11,9 Millionen Euro mussten aufgewendet werden. Arbeitslos wird beim KMBD auch so bald niemand. Noch immer stehen ca. 580.000 Hektar der Fläche des Landes unter Kampfmittelverdacht.
„Aktuell liegt ein Schwerpunkt des Kampfmittelbeseitigungsdienstes auf der Stadt Oranienburg. Bundesweit ist keine Region bekannt, wo die Folgen des zweiten Weltkrieges bis heute derart stark im Boden liegen. Die hohe Konzentration an amerikanischen Bomben mit chemischen Langzeitzündern machten eine besondere Befassung erforderlich“, erklärte Innenminister René Wilke (SPD).

