Weniger Straftaten in Berlin

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Präsentierten die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für Berlin: Innensenatorin Iris Spranger (Mitte) und Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik (2.v.r.). (Foto: BS/Hilbricht)

Im abgelaufenen Kalenderjahr sind in Berlin insgesamt 482.127 Straftaten polizeilich bekannt geworden. Gegenüber 2020 entspricht dies einem Rückgang um 22.015 Fälle beziehungsweise 4,4 Prozent. Auch die Häufigkeitszahl nahm ab.

Diese Kennzahl, die die Anzahl der Straftaten je 100.000 Einwohner angibt, nahm auf 13.158 ab. Das ist der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung 1990. Die Aufklärungsquote in der Bundeshauptstadt liegt zwar auf dem zweithöchsten Wert der letzten zehn Jahre. Gegenüber dem Vorjahr sank sie 2021 allerdings von 46,1 auf 45,3 Prozent.

Zugenommen haben im jüngsten Berichtszeitraum unter anderem die Vermögens- und Fälschungsdelikte. Ihre Zahl wuchs um 6,3 Prozent an. Besonders stark zugenommen haben die Fallzahlen beim Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse (plus 542,9 Prozent) sowie beim Tankbetrug (plus 72,4 Prozent) und beim Computerbetrug (plus 255,3 Prozent).

Zurückgegangen sind im vergangenen Jahr die Fälle von Diebstählen – insgesamt um 9.8 Prozent. Rückgängig waren Ladendiebstähle (minus 16,4 Prozent), Diebstähle aus Boden- und Kellerräumen (minus 13,1 Prozent) und der Fahrraddiebstahl (minus 7,8 Prozent). Einen Rückgang gab es auch bei Einbrüchen in Wohnräume (minus 29,5 Prozent). Eine Zunahme wurde hingegen beim Diebstahl an und aus Kraftfahrzeugen verzeichnet (plus 12,2 Prozent).

Weniger Rohheitsdelikte

Eine Abnahme gab es bei den Rohheitsdelikten. So ging die Zahl der Raubtaten um 6,6 Prozent zurück, die der Körperverletzungen um neun Prozent und die der Kindesmisshandlungen um 4,9 Prozent zurück. Gleichzeitig wurden wieder mehr Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte in Zusammenhang mit der Ausübung ihres Dienstes Opfer einer Straftat gegen die persönliche Freiheit oder die körperliche Unversehrtheit. Im vergangenen Jahr waren 8.569 von ihnen davon betroffen. Das entspricht einer Zunahme um 14,2 Prozent im Vergleich zu 2020.

Bei Mord und Totschlag wurden im letzten Jahr 100 Fälle von der Polizei Berlin erfasst. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich betrug 96 Prozent. Das ist ein Zehn-Jahres-Bestwert. Ebenfalls gestiegen ist die Aufklärungsquote bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Sie stieg von 69 auf 70,6 Prozent. Auch das ist der beste Wert seit zehn Jahren. Gleichzeitig ist hier ein Anstieg der Fallzahlen um 32,7 Prozent zu beobachten, wobei der sexuelle Missbrauch von Kindern (plus 10,6 Prozent) sowie die Verbreitung pornografischer Schriften (plus 175,8 Prozent).

Mehr Gewalttaten im Bereich der PMK

Im Bereich der politisch motivierten Kriminalität (PMK) ist das gesamte Fallaufkommen gegenüber 2020 rückläufig – von 6.098 auf 5.799 Fälle. Dies entspricht einer Abnahme um 4,9 Prozent. Die Aufklärungsquote stieg auf 39,2 Prozent. Bei den Gewalttaten der PMK war aber zugleich eine Steigerung von 911 auf 1.037 Fälle (plus 13,8 Prozent) zu verzeichnen. Im Bereich der Straftaten mit einer antisemitischen Motivation wurden 422 Fälle registriert (plus 14,7 Prozent). In 282 Fällen davon war eine rechtsgerichtete Motivation festzustellen. Deutlich gesunken ist die Fallzahl der PMK rechts – von 2.495 auf 1.987 Fälle. Das ist aber auch auf eine Veränderung der Zuordnung zurückzuführen. Auch bei der PMK links gab es eine Abnahme von 2.146 auf 1.507 Fälle (minus 29,8 Prozent). Von den 422 Fällen mit antisemitischer Motivation entfallen 92 auf den Phänomenbereich PMK – nicht zuzuordnen. Dies ist – wie erwähnt – auf eine geänderte Erfassungspraxis zurückzuführen. Dieser zufolge werden in der Bundeshauptstadt seit Mitte letzten Jahres von Unbekannten verübte Fälle, bei denen eine eindeutige Zuordnung zu einem Phänomenbereich nicht möglich ist, nicht mehr per se dem Phänomenbereich PMK – rechts, sondern der PMK – nicht zuzuordnen zugerechnet. Dieses Vorgehen ist noch nicht bundesweit konsertiert.

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