Vernetzung der Systeme

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Bei den präsentierten verschiedenen Lösungen stand immer die Vernetzung und der Verbund im Vordergrund. (Foto: BS/D. Frank)

Beim Herbstsymposium des Förderkreis Deutsches Heer zeigte der Gastgeber Rheinmetall auf seinem Gelände verschiedenste Systeme zur Vernetzung und Digitalisierung, die teilweise schon in der Bundeswehr vorhanden sind, deren volles Potential aber nicht immer genutzt wird. So wurden unter anderem zwei Schützenpanzer Puma mit ihren Fähigkeiten vorgestellt.

Das abstandsaktive “Multifunktionale Selbstschutzsystem” (MUSS) des Pumas gehört dabei zu jenen Technologien, deren Digitalisierung von der Bundeswehr noch nicht vollständig genutzt wird. MUSS erkennt anfliegende Bedrohungen, ordnet sie ein und löst dann die beste Reaktion aus. Da der Puma bisher nur über passive Schutzmaßnahmen – beispielsweise Nebelwerfer– verfügte, konnten die Gegenmaßnahmen vom System automatisch eingeleitet werden. Gegen ungelenkte Panzerfäuste, die aus nächster Nähe abgeschossen werden, bietet dies allerdings keinen Schutz. In einem vernetzten Verband wäre MUSS allerdings in der Lage, die Informationen zum Schützen – welche Waffe und von wo der Abschuss erfolgte – an alle anderen MUSS im System weiterzugeben. So dass nachfolgende Panzer die Stellung des Gegners ausschalten könnten, statt sich ebenfalls in Gefahr zu begeben. MUSS bietet diese Möglichkeit, in der Bundeswehr wird sie allerdings noch nicht umgesetzt.

Rheinmetall bot zudem Einblicke in Bereiche, die sonst eher wenig in der Öffentlichkeit stehen. Die Unit “Cyber Solutions” stellte beispielsweise Fähigkeiten aus dem Bereich der Nachrichtengewinnung vor, die schon heute in der Nutzung sind. Ein Laptop, Antenne, Funkgerät und das System CERES reichen beispielsweise aus, um in Minimum drei Kilometer Umkreis Kommunikation in nahezu Echtzeit mitzuhören, die über die gängigen Satellite Communication Networks betrieben wird.

Weitere interessante Insights gab es zu dem Themenfeld Drohnen und Loitering Munition. So wurde eine Lösung des australischen Unternehmens DefendTex gezeigt, die so klein ist, dass sie problemlos in den Taschen der Soldaten mitgeführt werden kann. Der Soldat würde somit statt über ungelenkte Handgranaten über präzisere Loitering Munition verfügen, die sich zudem als Sensor einsetzen lässt oder bei Nichtnutzung für weitere Verwendungen zurückkehren könnte.

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