Datenbotschaft soll vor territorialen Angriffen schützen

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Seit Juli ist bekannt, dass das Auswärtige Amt (AA) eine Datenbotschaft nach estländischem Vorbild errichten will. Es geht darum, kritische Daten deutscher Behörden auf ausländischen Servern zu speichern. Auf der Public IT-Security gab die Beauftragte des Amts für Cyberaußen- und Cybersicherheitspolitik zu, dass die Maßnahme für den Fall eines Angriffs auf deutsches Staatsgebiet gedacht ist.

“Der Überfall auf die Ukraine hat gezeigt, dass territoriale Angriffe nicht mehr ausgeschlossen sind”, erklärte Dr. Regine Grienberger. Sie meint Kriegshandlungen auf deutschem Territorium. Die Beauftragte des Außenministeriums für Cyberaußen- und Cybersicherheitspolitik berichtete, dass man sich im AA auf verschiedene Szenarien vorbereite. Szenarien, die die Cyber-Sicherheit in verschiedenen Bereichen betreffen. Die Datenbotschaft soll ein Backup wichtiger Daten vorrätig halten, das nicht durch einen kinetischen Angriff auf deutsches Territorium zerstört werden kann.

Generell bringt sich das Außenministerium in letzter Zeit mehr in die Cyber-Sicherheitspolitik ein. Grienberger äußert sich auch positiv zu Maßnahmen aktiver Cyber-Abwehr. “Man kann sich Szenarien vorstellen, wo es sinnvoll wäre, wenn wir in fremden Netzwerken aktiv werden – nicht nur können sogar auch dürfen”, erklärte die Beauftragte für Cybersicherheitspolitik. “In einer Weise, die dem Völkerrecht, internationalem Recht, europäischen und deutschem Recht genügt”, fügt sie hinzu. Persistent engagement – also das vorbeugende Eindringen und langfristige Ausspähen fremder Systeme – schließt Grienberger zwar aus, “aber wir müssen präventiv tätig werden.”

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