Schengener Informationssystem wird modernisiert

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Das EU-weite Informationsnetzwerk SIS wurde modernisiert. Es verfügt nun über neue Fähigkeiten. (Foto: BS/ValdasMiskinis, pixabay.com)

Die Sicherheitsbehörden streben an, durch die Modernisierung des Schengener Informationssystems (SIS) effizienter transeuropäisch zu fahnden.

Im SIS stehen den 30 Mitgliedsstaaten 86 Millionen Fahndungsdaten zur Verfügung. Allein in Deutschland wird das SIS durchschnittlich 20 Mal pro Sekunde abgefragt. Das System generiert täglich über 250 Fahndungstreffer mit Deutschlandbezug. Darunter fallen auch acht vollstreckte europäische Haftbefehle und neun geklärte Vermisstenfälle.

Das SIS erlaubt beispielsweise Personen zur Festnahme oder Gegenstände zur Sicherstellung auszuschreiben.

Durch die Inbetriebnahme des erneuerten SIS versprechen sich die Sicherheitsbehörden der Europäischen Union (EU) effektiver zu fahnden. Zu diesem Zweck steht der Zugriff nun weiteren Personengruppen offen. Statt wie bisher vornehmlich den Polizeien von Bund und Ländern sowie den Staatsanwaltschaften, stehen die Daten des SIS nun zusätzlich über 2.000 Behörden zur Verfügung. Die Berechtigung ist auf solche Daten beschränkt, die für die jeweilige Zuständigkeit notwendig sind.

Neben dem Ausbau der Zugriffsberechtigten verfügt SIS nun über neue Fähigkeiten zur präventiven Fahndung. Außerdem kann man im System über Fingerabdrücke nach Täterinnen und Tätern fahnden. Im Bereich der Sachfahndung ist die Fahndung nach E-Fahrzeugen hinzugekommen.

Nachdem der Rechtsrahmen für die Erweiterung bereits 2018 im EU-Parlament gesetzt wurde, ist das System ab jetzt online.

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