StartVerteidigungRheinmetall gründet Joint Venture in Indien

Rheinmetall gründet Joint Venture in Indien

Die Düsseldorfer Rheinmetall AG hat eine strategische Partnerschaft mit dem indischen Rüstungskonzern Reliance Defence Ltd geschlossen. Ein entsprechendes Memorandum of Understanding (MoU) ist bereits unterzeichnet.

Ziel der Zusammenarbeit ist die gemeinsame Produktion von Sprengstoffen und Treibmitteln für mittel- und großkalibrige Munition. Zu diesem Zweck soll im indischen Watad (Maharashtra) eine der größten Munitionsfabriken Südasiens entstehen. Nach Abschluss der Baumaßnahmen soll die Anlage eine Jahreskapazität von bis zu 200.000 Artilleriegeschossen sowie 10.000 Tonnen Sprengstoffen und 2.000 Tonnen Treibmitteln erreichen. Informationen darüber, wann die geplante Anlage ihren Betrieb aufnehmen soll, gaben weder der deutsche noch der indische Vertragspartner bekannt. Vom Gemeinschaftsunternehmen verspricht sich der Düsseldorfer Rüstungskonzern neben einer Stabilisierung der Lieferketten auch eine vorteilhafte Position auf dem wachsenden indischen Rüstungsmarkt. Denn unter Premierminister Narendra Modi strebt Indien an, Verteidigungsgüter im Wert von fünf Milliarden US-Dollar pro Jahr zu exportieren.
„Diese strategische Partnerschaft unterstreicht unser verlässliches Engagement für Indien unter der starken Führung von Premierminister Modi“, so Rheinmetall-CEO Armin Papperger.

Große Pläne auf dem Subkontinent

Auch abseits des Joint Ventures mit dem deutschen Partner verfolgt Reliance Defence Ltd ambitionierte Ziele in Indien. Das Tochterunternehmen der Reliance Group um Unternehmer Anil Ambani plant den Aufbau eines integrierten Rüstungsclusters im Rahmen der „Dhirubhai Ambani Defence City“. Die dort entstehende Greenfield-Anlage ist nach Unternehmensangaben das größte privatwirtschaftlich entwickelte Verteidigungsprojekt Indiens. Nach Informationen der US-amerikanischen Nachrichtenagentur Reuters wird Rheinmetall nicht das einzige ausländische Unternehmen sein, das sich an dem Projekt beteiligt. So strebe Reliance Defence Ltd an, zur Unterstützung des DADC-Projekts Joint Ventures mit bis zu sechs ausländischen Partnern zu gründen.

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