StartSicherheitWiderstandfähiger durch Reserven

Widerstandfähiger durch Reserven

Die Europäische Kommission hat zwei Initiativen zur Krisenvorsorge gestartet. Im Rahmen der EU-Strategie zur Vorratshaltung und der Strategie für medizinische Gegenmaßnahmen soll der Zugang zu lebenswichtigen Gütern für EU-Bürgerinnern und EU-Bürgern sowie Volkswirtschaften verbessert werden. Mittels Vorhalten soll die Versorgung mit Gütern und lebensrettenden medizinischen Gütern zu jeder Zeit, insbesondere bei Krisen wie Blackouts, Naturkatastrophen, Konflikten oder Pandemien, sichergestellt werden.

Die EU-Vorratsstrategie umfasst die Lagerung von Gütern wie Nahrungsmitteln, Wasser, Öl, Treibstoff und Medikamenten. Zu den wichtigsten Maßnahmen im Rahmen der Bevorratungsstrategie gehören:

  • Einrichtung eines EU-Netzes für die Bevorratung mit den Mitgliedstaaten, um bewährte Verfahren auszutauschen, die Vorräte zu koordinieren und gemeinsame Empfehlungen zu entwickeln.
  • Ermittlung von Vorratslücken und Überschneidungen durch Informationsaustausch und Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und mit der EU.
  • Ausweitung der Vorräte auf EU-Ebene, um Lücken bei lebenswichtigen Gütern zu schließen, unterstützt durch Initiativen wie rescEU für medizinische Ausrüstung, Unterkünfte, Generatoren usw.
  • Verbesserung von Transport und Logistik für eine schnelle Krisenreaktion.
  • Förderung von zivil-militärischen, öffentlich-privaten und internationalen Partnerschaften, um die Ressourcen effizient und rechtzeitig zu nutzen.

Lehren aus Corona

Angesichts der zunehmenden Krankheitsausbrüche und der wachsenden Resistenz gegen antimikrobielle Mittel, die durch den Klimawandel, die Verschlechterung der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme sowie durch geopolitische Herausforderungen noch verschärft wird, zielt die EU-Strategie für medizinische Gegenmaßnahmen darauf ab, die Entwicklung, die Herstellung, den Einsatz und die Zugänglichkeit lebensrettender medizinischer Instrumente zu beschleunigen.

Zu den wichtigsten Maßnahmen der Strategie gehören:

  • Die Förderung von Grippeimpfstoffen der nächsten Generation, neuer Antibiotika gegen antimikrobielle Resistenzen und Verbesserung des Zugangs zu CBRN-Gegenmaßnahmen
  • Verbesserung der Aufklärung und Überwachung durch die Entwicklung einer EU-Liste prioritärer medizinischer Gegenmaßnahmen, von Bereitschaftsplänen und von EU- bzw. globalen Abwasser-Sentinel-Systemen
  • Beschleunigung der Innovation durch den Medical Countermeasures Accelerator, F&E-Hubs und die Ausweitung des HERA-Invest-Programms
  • Sicherstellung einer skalierbaren Produktion durch die ständig wachsende Kapazität der EU FAB und die neue RAMP UP-Partnerschaft
  • Verbesserung des Zugangs zu Arzneimitteln und ihres Einsatzes durch gemeinsame Beschaffung und Unterstützung gebrauchsfertiger Labore
  • Stärkung der globalen Zusammenarbeit und der sektorübergreifenden Kooperation, einschließlich der zivil-militärischen Bereitschaft, öffentlich-privater Bemühungen, der Bereitschaft der Bürger und der Investitionen in Arbeitskräfte

„Ob Naturkatastrophen oder biologische Bedrohungen – wir müssen sicherstellen, dass lebenswichtige Güter verfügbar bleiben. Ein neues Netzwerk wird uns helfen, besser zu verstehen, was wir vorrätig halten müssen und wie wir ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis erzielen können. Die Gesundheitssicherheit steht im Mittelpunkt unserer Arbeit“, unterstrich Roxana Mînzatu, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Menschen, Qualifikationen und Vorsorge sowie Kommissarin für Bildung und für hochwertige Arbeitsplätze und soziale Rechte. Dies Maßnahmen stärkten die strategische Autonomie der EU, in dem die eigenen Reserven und die eigene Produktion verbessert würde. Dadurch würde man weniger abhängiger werden, so Mînzatu.

Hadja Lahbib, Kommissarin für Gleichstellung, Abwehrbereitschaft und Krisenmanagement, fügte hinzu: „Angesichts einer zunehmend komplexen globalen Landschaft ist der Start der EU-Strategie zur Vorratshaltung und der Strategie für medizinische Gegenmaßnahmen ein wichtiger Schritt zur Stärkung der europäischen Abwehrkräfte gegen neue Bedrohungen.“

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