StartSicherheitFallzahlen beim sexuellen Missbrauch an Kindern bleiben hoch

Fallzahlen beim sexuellen Missbrauch an Kindern bleiben hoch

Nach jahrelangem Anstieg blieb die Anzahl der polizeilich registrierten Straftaten des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen im Jahr 2024 nahezu konstant – liegt damit jedoch weiterhin über dem Fünf-Jahres-Durchschnitt. Das geht aus einem neuen Bundeslagebild des Bundeskriminalamts (BKA) hervor.

Im vergangenen Jahr erfassten die Behörden 16.354 Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs und 1.191 des Missbrauchs von Jugendlichen. Verglichen mit dem Vorjahr sanken beide Zahlen um 0,8 Prozent. Der Fünf-Jahres-Durchschnitt von Missbrauchstaten an Kindern liegt laut dem BKA-Bericht bei 15.670 und an Jugendlichen bei 1.155. Insgesamt wurden 19.344 Kinder und Jugendliche Opfer sexueller Missbrauchstaten – 430 weniger als 2023.

Einen Höchstwert erreichte jedoch die Anzahl der Fälle von Herstellung, Verbreitung, Erwerb und Besitz jugendpornografischer Inhalte. Im Berichtsjahr 2024 verzeichnete das BKA hier 9.601 Fälle. Verglichen mit dem Jahr zuvor enspricht das einem Anstieg von 8,5 Prozent. Nach Angaben des BKA haben sich die Fallzahlen seit dem Jahr 2020 damit mehr als verdreifacht. „Im Gegensatz dazu sind die registrierten Straftaten rund um kinderpornografische Inhalte und der sexuellen Ausbeutung zum Nachteil von Minderjährigen gesunken“. Dennoch bleibe die Zahl mit 42.854 Fällen weiterhin auf einem hohen Niveau.

Mehr Personal und bessere Technik

„Angesichts der weiterhin hohen Zahl an Hinweisen auf sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche bleibt deren Bekämpfung ein wichtiger Schwerpunkt in der Arbeit der Strafverfolgungsbehörden in Deutschland“, erklärte BKA-Präsident Holger Münch. So habe das BKA inzwischen die personellen Kapazitäten in diesem Phänomenbereich erhöht. Mit einem Ausbau der technischen Fähigkeiten wolle die Behörde zudem die Täter „noch schneller und effektiver“ identifizieren und kriminelle Strukturen zerschlagen. „Dazu gehen wir gemeinsam mit den Polizeien der Länder regelmäßig gegen Betreiber von Plattformen im sogenannten Darknet vor, auf denen Abbildungen und Videos von sexualisierter Gewalt an Minderjährigen verbreitet werden“, sagte Münch weiter.

In das Lagebild sind verschiedene Daten eingeflossen. Dazu gehören Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und Hinweise des US-amerikanischen „National Centers for Missing and Exploited Children“ (NCMEC). Außerdem berücksichtigt das Lagebild Meldungen zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger, die von den Landeskriminalämtern, dem BKA, der Bundespolizei und dem Zoll (Finanzkontrolle Schwarzarbeit) stammen. Grundlage sind dabei die im Berichtsjahr abgeschlossenen Ermittlungsverfahren mit Tatorten in Deutschland. Ergänzt werden die Zahlen mit weiteren Informationen zu den verschiedenen Phänomenbereichen.

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