StartDigitalesEin Jahr ZenDiS

Ein Jahr ZenDiS

Am 15. Januar 2024 nahm das Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) offiziell seine Arbeit auf. Ein Jahr später feiert es seinen ersten Geburtstag, zieht eine positive Bilanz und gibt einen Ausblick auf seine weitere Arbeit.

Digitale Souveränität sei kein ‚nice to have‘, sondern entscheidend für die Regierbarkeit Deutschlands und Europas und Kernaufgabe der Fachbereiche, verdeutlichte Dr. Markus Richter, CIO Bund. Dort sei sie jedoch „noch nicht ganz angekommen“. Das ZenDiS beschrieb der Aufsichtsratsvorsitzende als Ankerpunkt für Souveränität, Open Source und Wettbewerb. Letzterer ist Richter wichtig: Er plädierte in Bochum dafür, einen Markt für „Lock-in-freie“ Lösungen zu schaffen, anstatt Verbote auszusprechen.

Der CIO verwies weiterhin auf die Zusammenarbeit des ZenDiS mit Ländern wie Frankreich und den Niederlanden. „Jetzt fängt es erst richtig an und jetzt fängt es an, Spaß zu machen, weil wir in das Inhaltliche kommen“, beschrieb Richter den Moment ein Jahr nach der Gründung des Zentrums.

Die Office- und Collaboration-Suite des ZenDiS openDesk verzeichnete seit ihrem Launch im Oktober 2024 über 1.000 Anfragen aus Bund, Ländern, Kommunen, Bildungseinrichtungen und auch Unternehmen. Sie hat 1.700 Pilotnutzende und 35.000 aktive Lizenzen der Enterprise-Edition.

Auch openCode wird mit aktuell 5.400 Nutzenden immer beliebter und erlebte kürzlich einen Relaunch. Zurzeit dient die Plattform primär dem Austausch von Software. Andere Anwendungsfälle wie etwa die ebenenübergreifende Kollaboration sollen stärker betont werden, kündigte die ZenDiS-Community-Managerin Janou Feikens an. Ein neues Badge soll künftig auf den ersten Blick Informationen über die verschiedenen Softwares geben. Außerdem werde openCode mit dem BSI zur Basis für eine sichere Software-Lieferkette und zu einem sicheren Bezugsort für Software weiterentwickelt.

Messbare Souveränität

Neben seinen Plattformen und Produkten bietet das ZenDiS auch Beratung für die öffentliche Verwaltung an. In diesem Jahr steht ein weiteres Projekt an: „Wir werden die digitale Souveränität messbar machen“, sagte ZenDiS-Geschäftsführerin Jutta Horstmann (Foto). Dazu entwickelt das ZenDiS einen „Souveränitäts-Check“, der zu einem „Souveränitäts-Index“ führt. Damit könne in Zukunft ein Lagebild der technologischen (Un-)Abhängigkeit der Verwaltung erstellt werden­.

Luise Kranich, Referatsleiterin „Rahmenarchitektur, Standardisierung für Plattformsysteme und für Digitale Services“ im Bundesinnenministerium (BMI), bestätigte in der anschließenden Podiumsdiskussion, dass openCode vorher für Nicht-Entwickler kompliziert zu nutzen gewesen sei. Die Plattform sei aber mit dem User-Feedback verbessert worden und helfe dem BMI nun dabei, in einer öffentlichen Konsultation zur Architekturrichtlinie die Meinungen von Experten einzusammeln und vorzustrukturieren. Kranich verwies auch auf die „noch viel zu geringe“ Bedeutung von Open Source in der OZG-Umsetzung. Diese begründe sich unter anderem darin, dass proprietäre Software oft kurzfristig günstiger sei. Daher brauche es eine Gesamtkostenbetrachtung, findet die Referatsleiterin.

Ein zweiter KGSt-Bericht zu Open Source in Kommunen beschreibt den Aufbau einer Open-Source-Governance. „Open Source muss sich als Thema durch alle Steuerungs- und Management-Felder ziehen“, sagte die Autorin des Berichts Anika Krellmann (KGSt) Hier brauche es mehr Kompetenzen. Die pionierhaften Empfehlungen des Berichts „müssen wir jetzt erproben“, schloss Krellmann.

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