StartDigitalesAuf der Suche nach dem „Next Big Thing“

Auf der Suche nach dem „Next Big Thing“

Wie kann die Verwaltung in Zukunft aussehen? Im neu gegründeten MoVe-Netzwerk, initiiert von der Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS), tauschen sich Mitarbeitende aus verschiedenen Behörden und Organisationen über Best Practices aus. Das Anfang dieses Jahres gestartete Verknüpfungsformat soll helfen, Behördenmitarbeitende auf Bundes- und Landesebene sowie der kommunalen Ebene und in Staatsbetrieben besser zu vernetzen. Die ersten Projektideen sind bereits in Arbeit.

Gestartet wurde die Initiative von Frederik Just. Er ist Abteilungsleiter Zentrale Services bei der ZITiS. „Ende 2023, Anfang 2024 ist die Idee gereift, diese Art Netzwerk zu bilden“, erzählt er. Angetrieben habe ihn die über verschiedene berufliche Stationen auf Landes- und Bundesebene gereifte Erkenntnis, dass es bei vielen Behörden „Leuchttürme“ gebe. Gemeint sind Verwaltungsinnovationen, die es verdienen, nachgeahmt zu werden. Gleichzeitig gebe es eine große Bereitschaft öffentlicher Stellen, sich gegenseitig zu unterstützen. Nach Konzeptplanungen innerhalb der ZITiS wurde für Mitte Januar 2025 zum ersten Treffen eingeladen. Dabei habe man sich insbesondere an Führungskräfte sowie Mitarbeitende im gehobenen und höheren Dienst gewandt, die mögliche Erkenntnisse anschließend in ihre Behörden und Abteilungen tragen können.

BMI & Friends
Das erste Präsenztreffen zum Start des Netzwerks fand in München statt. Mit von der Partie waren unter anderem Angehörige des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI) und Beschäftigte aus Behörden in dessen Geschäftsbereich, z. B. aus dem Bundeskriminalamt (BKA), der Bundespolizei (BPOL) und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie von der Deutschen Bahn und der Landeshauptstadt München. Just zeigte sich zufrieden, dass viele Behörden Vertreterinnen und Vertreter zu diesem Event entsandt hätten. Schließlich bestehen hohe Erwartungen der Teilnehmenden selbst und ihrer Führungskräfte, dass bei den Treffen konkrete Ergebnisse erarbeitet würden: „Es zeugt vom Vertrauen und der Chancenorientierung der Führungskräfte, den eigenen Teammitgliedern die aktive Teilnahme am Netzwerk zu ermöglichen“, so der Abteilungsleiter.

Talentpool und Kleinanzeigen
Mit dabei war auch Nicole Müller vom BSI. Die Strategiereferentin der Abteilung Z (Zentrale Aufgaben) nahm gemeinsam mit einer Kollegin aus der Personalentwicklung am Event teil. Ihr Ziel war es, Impulse aus der Praxis mitzunehmen – sie fand es positiv, über Behördengrenzen hinweg arbeiten zu können. Auch intern gab es eine Vorbereitung: In einem Miniworkshop wurde geklärt, welche Themen für das Netzwerktreffen besonders relevant sein könnten.

Das eigentliche Netzwerktreffen wurde – neben der Bestandsaufnahme und lockerem Austausch – mit einer „Transformers Night“ abgeschlossen. Zuvor wurden spezifische Ideen in Workshopformaten entwickelt, berichtet Just von der ZITiS. Spannende Ideen waren zum Beispiel ein behördenübergreifender Talentpool und eine „Kleinanzeigenbörse für Verwaltungsaufgaben und -innovationen“. Der behördenübergreifende Talentpool überzeugte Strategiereferentin Müller am meisten: „Eine übergreifende Plattform zu entwickeln, um identifizierte Talente gezielt in die Verwaltung zu bringen, ist auch für das BSI strategisch enorm wertvoll: Wir könnten so selbst schneller auf Fachkräfte zugreifen und gleichzeitig Talente mit spezifischen Anforderungen, für die wir aktuell keine Verwendung anbieten können, gezielt dort hinbringen, wo eben genau diese Skills gesucht werden. Wenn wir einen fähigen Bewerber leider intern ablehnen müssen, wir ihn aber weiterempfehlen können, ist das eine Win-win-Situation.“ Allerdings befinden sich beide Projekte laut Just noch in der Entwurfsphase.

Zentrale Plattform angestrebt
Nun werden die Projekte in die jeweiligen Behörden gespiegelt und es wird über eine mögliche Realisierung gesprochen. Der Bau einer App – zum Beispiel für die Kleinanzeigenbörse – sei dabei nur der erste Schritt: „Die spannende Frage ist: Wie kommt so etwas aufs Diensthandy? Auf welchen Anbieter können wir dabei zugehen?“, skizziert Just die bevorstehenden Herausforderungen. Das MoVe-Netzwerk soll jedoch nicht auf dieses eine Netzwerktreffen beschränkt bleiben. Geplant ist, sich künftig zweimal jährlich in Präsenz zu treffen sowie quartalsweise eine digitale Abstimmung durchzuführen, um die Ideen weiterzuentwickeln.

Müller zieht eine positive Bilanz: „Das MoVe-Netzwerk hat mit seinem Auftakt gezeigt, dass Zusammenarbeit, Innovationskraft und Praxisorientierung Hand in Hand gehen können. Die ersten Projekte sind angestoßen, erste Ergebnisse sichtbar. Nun gilt es, dranzubleiben und die Projekte in die Umsetzung zu bringen.“ Hierfür beteiligen sich die Fachkolleginnen und -kollegen der Verwaltungsabteilung des BSI an einzelnen vom Netzwerk gestarteten Projekten. Müller resümiert, dass sich das MoVe-Netzwerk zu einer zentralen Plattform für Verwaltungstransformation entwickeln könne – mit Wirkung über Einzelbehörden hinaus. „Das BSI wird diese Entwicklung aktiv mittragen, denn für uns ist es eine wertvolle Möglichkeit, effizient die Verwaltung von morgen mitzugestalten.“

Projekte des Netzwerkstreffens:

Behördenübergreifender Talentpool
Eine der Ideen aus der Transformers Night war ein behördenübergreifender Talentpool. Zukünftig sollen fähige Bewerberinnen und Bewerber nicht abgewiesen, sondern in einen gemeinsamen Pool aufgenommen werden. Dort können sich andere Behörden über die Profile informieren und geeignete Kandidatinnen und Kandidaten gezielt ansprechen.

Kleinanzeigen für Verwaltungsprojekte
Eine weitere Idee drehte sich um eine Art Kleinanzeigenbörse für Verwaltungsprojekte. Mithilfe einer App könnte es künftig möglich sein, Projektideen oder Dienstleistungen zwischen Behörden zu teilen, um bei der Projektentwicklung nachhaltiger und effizienter zu agieren. Im Idealfall ließen sich so Verwaltungsaufwände bündeln und reduzieren.

Haben Sie Interesse, Teil von MoVe zu werden? Dann schreiben Sie eine E-Mail an zs@zitis.bund.de!

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein