Polizei, Zoll und mehrere Staatsanwaltschaften haben in den vergangenen Wochen erfolgreich zusammengearbeitet. Damit sind ihnen empfindliche Schläge gegen die internationale Geldwäsche gelungen.
Es begann mit einer groß angelegten Durchsuchungsaktion: Deutsche und niederländische Ermittlende schlugen gegen ein mutmaßliches, international vernetztes Netzwerk zu. Nach Angaben der Bayerischen Polizei durchsuchten die beteiligten Beamten rund 40 Objekte in mehreren Bundesländern. Dabei seien drei Tatverdächtige festgenommen und ein hoher fünfstelliger Eurobetrag sichergestellt worden. Außerdem habe das Ermittlerteam etwa 800 Gramm Schmelzgold, eine Schmuggelweste sowie insgesamt zwölf Fahrzeuge und ein Motorrad beschlagnahmt.
Bei zwei der Wagen seien professionell verbaute Verstecke festgestellt worden. Dem Zugriff waren mehrjährige Ermittlungen vorausgegangen. Die Federführung lag dabei bei der Staatsanwaltschaft Köln und der Kriminalpolizeiinspektion Niederbayern. Zudem waren die Gemeinsame Finanzermittlungsgruppe des Bundeskriminalamtes (BKA) und des Zollkriminalamtes (ZKA) sowie das Zollfahndungsamt Essen in den Fall einbezogen.
Geschmolzenes Gold
Bei den nun festgenommenen Hauptverdächtigen soll es sich um Mitglieder einer kriminellen Gruppierung handeln. Diese steht unter Verdacht, illegal erlangte Vermögenswerte von verschiedenen Auftraggebern zum Waschen erhalten zu haben. Nach Abholung der inkriminierten Werte sei das Bargeld dem bisherigen Ermittlungsstand zufolge zunächst unter anderem zum Ankauf von Alt- und Schrottgold bei involvierten Juwelieren verwendet worden. Die beteiligten Geschäfte befinden sich laut der Bayerischen Polizei hauptsächlich in Köln und weiteren Städten Nordrhein-Westfalens.
Das Gold hätte die Gruppe anschließend gemeinsam mit weiterem Schmuck gezielt eingeschmolzen, zu Barren verarbeitet und auf verschiedenen Wegen von Deutschland in die Türkei gebracht. Beim Transport über den Landweg sei vor allem ein 45-jähriger Tatverdächtiger aktiv gewesen, der in Übach-Palenberg einen Gewerbebetrieb führt. Über einen Zeitraum von sechs Jahren sollen so ein bis vier Tonnen Gold in die Türkei geschafft worden sein – mit einem geschätzten Gesamtwert von 55 bis 210 Millionen Euro.
Razzien überall
Einige Tage nach den Durchsuchungen berichteten die Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft von einer erneuten Razzia. Auch hier handelt es sich um Ermittlungen gegen mutmaßliche Geldwäsche. Zwei Männer im Alter von 31 Jahren, ein 43-jährigen Mann und eine 32-jährige Frau wurden im Rahmen der Durchsuchungen festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, seit 2024 ein Netzwerk aus Firmen und Bankkonten aufgebaut zu haben, um große Geldsummen zu verschleiern. Dafür sollen sie unter anderem falsche Personalien und Strohleute aus Portugal genutzt haben.
Die Razzia fand in 16 Wohnungen und Geschäftsräumen in mehreren Berliner Bezirken sowie in Brandenburg statt. Die etwa 80 Einsatzkräfte stellten dabei unter anderem mehr als 330.000 Euro Bargeld, Goldbarren im Wert von rund 639.000 Euro, einen wertvollen Diamanten, Luxusuhren und einen Lamborghini sicher. Außerdem wurden 189 Bankkonten gesperrt und so rund zwei Millionen Euro gesichert.
Weiter im Norden beschlagnahmten Ermittelnde im selben Zeitraum beschlagnahmte Häuser auf Verdacht von Geldwäsche- und Steuerdelikten. Konkret ermitteln die Behörden gegen zwei Männer in Schleswig-Holstein. Der Einsatz stand im Zusammenhang mit umfangreichen Ermittlungen der Taskforce Geldwäsche. Den Männern wird vorgeworfen, erhebliche Einnahmen aus Straftaten verschleiert in den legalen Wirtschaftskreislauf eingeschleust und dafür die beiden Immobilien erworben zu haben. Die beiden beschlagnahmten Immobilien sollen einen Schätzwert von rund 1,8 Millionen Euro haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Schleswig-Holsteins Justizministerin Kerstin von der Decken (CDU) wertete das Vorgehen als Beleg dafür, dass der Rechtsstaat der Organisierten Kriminalität (OK) und der Geldwäsche entschlossen entgegentrete. „Wir nehmen nicht nur Täter ins Visier, sondern auch ihre Vermögenswerte.“ Straftaten dürften sich nicht lohnen.





