- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
StartSicherheitAnstieg der Ladendiebstähle in Baden-Württemberg

Anstieg der Ladendiebstähle in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg ist es zuletzt zu einem markanten Anstieg von Ladendiebstählen gekommen. Dabei ist ein Schaden im Wert von Hunderten von Millionen Euro entstanden. Im vergangenen Jahr wurden 47.052 Fälle gemeldet – ein Anstieg von fast 25 Prozent und der höchste Wert seit 2005. Das Innenministerium beziffert die Gesamtschadenshöhe für 2023 auf 5.770.252 Euro, was einem Anstieg um 28 Prozent entspricht. Diesen Wert hält der baden-württembergische Handelsverband für viel zu niedrig. Er geht von 700 Millionen Euro Verlust pro Jahr aus. Das Kölner Handelsforschungsinstitut EHI Retail Institute (EHI) schätzt den bundesweiten Schaden durch Kundendiebstähle auf 2,8 Milliarden Euro. Der Großteil entfalle auf den Lebensmittel- und Bekleidungseinzelhandel sowie auf Drogeriemärkte.

Organisierte Banden
Auffallend ist, dass offenbar immer mehr organisierte Banden in das „Geschäft“ mit Ladendiebstählen eingestiegen sind. Das Vorgehen ist meist skrupellos: Mehrere Männer betreten das Geschäft, oft werden Werkzeuge oder Waffen mitgeführt. Während die einen die Waren hemmungslos in Rucksäcke räumen, bedrohen Komplizen das Sicherheitspersonal. Auch Hausverbote schrecken die Täter längst nicht mehr ab. Am Hochrhein sind es vor allem Banden aus Frankreich, die die Einzelhändler heimsuchen. Und auch sonst machen ausländische Tatverdächtige mit 54 Prozent den Großteil der Beschuldigten aus. Dabei führen rumänische und ukrainische Landsleute mit 8,3 Prozent bzw. 7,6 Prozent die Liste der ausländischen Tatverdächtigen an.
Die Banden gehen geplant vor: Zunächst werden interessante Waren identifiziert und speziell gesicherte Artikel fotografiert. Danach kommen weitere Täter und schneiden die Sicherungen heraus. Danach folgen weitere Mittäter, die die Beute schnellstmöglich einstecken und aus dem Geschäft bringen. Typisch ist auch, dass weitere Täter das Verkaufs- und Sicherheitspersonal im Auge behalten und im Zweifel ablenken. Die Diebe haben es vor allem auf Kosmetika, Nahrungsmittel, Alkohol, Getränke, Süßigkeiten, Hygieneartikel und Bekleidung abgesehen.

Hohe Dunkelziffer
Positiv ist anzumerken, dass die Zahl der Kinder (4.234) und Jugendlichen (6.650), die Ladendiebstähle begehen, gesunken ist. Das Innenministerium erklärte den Anstieg der Diebstähle mit Personalmangel im Einzelhandel, was die Überwachung erschwere. Zudem sei durch die Inflation ein Ressourcen- und Geldmangel in bestimmten Bevölkerungsgruppen entstanden. Die Aufklärungsquote für zur Anzeige gebrachte Ladendiebstähle liegt bei 90,1 Prozent. Allerdings wird von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgegangen. Das EHI schätzt, dass lediglich zwei Prozent der Fälle tatsächlich zur Anzeige gebracht werden.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein