Der schwedische Rüstungsprimus Saab strebt an, die langfristige Partnerschaft mit dem brasilianischen Luftfahrtkonzern Embraer weiter auszubauen.
Konkret unterzeichnen beide Unternehmen eine Grundsatzvereinbarung, die den Rahmen für die mögliche Fertigung von 20 weiteren Kampfjets des Typs Gripen im Embraer-Werk Gavião Peixoto schafft. Die geplante Kapazitätserweiterung soll die Hauptmontagelinie im schwedischen Linköping ergänzen. Damit untermauert der skandinavische Luftfahrtkonzern seine Prognose vom wachsenden Markt für den Kampfjet. Insbesondere in Südamerika hofft Saab, einen neuen Markt zu erschließen.
Allerdings geht mit der Vereinbarung noch keine Beauftragung einher. Ob und für wen Gripen in Gavião Peixoto entstehen werden, ist dementsprechend noch unklar. Beide Unternehmen beabsichtigen jedoch, die detaillierten Festverträge im Laufe des Jahres 2026 zum Abschluss zu bringen.
Erste Fertigungskapazitäten außerhalb Schwedens
Saab und Embraer verbindet eine langjährige Partnerschaft. Der Industriekomplex Gavião Peixoto beherbergt bereits die bislang einzige Endmontagelinie für den Gripen außerhalb Schwedens. Sie geht auf die brasilianische Bestellung von 36 Gripen-Kampfjets aus dem Jahr 2014 zurück. Denn Gegenstand des Vertrages über die Beschaffung von 28 Einsitzern (Gripen E / F-39E) sowie acht Doppelsitzern (Gripen F / F-39F) war neben den eigentlichen Luftfahrzeugen auch ein Offset- und Technologietransfer. Damit sind brasilianische Unternehmen an Entwicklung und Fertigung beteiligt. 21 Jets entstanden auf schwedischem Boden, die übrigen werden direkt in Brasilien gefertigt. Das langfristige Ziel, eigene Fertigungskapazitäten auf dem südamerikanischen Kontinent aufzubauen, wurde also bereits zu diesem Zeitpunkt vertraglich abgesichert.
Gegenwärtig läuft die Endmontage der brasilianischen Gripen. Das erste Luftfahrzeug aus südamerikanischer Fertigung wurde im März dieses Jahres vorgestellt. Endgültig bei den brasilianischen Luftstreitkräften zulaufen sollen die Einheiten im kommenden Jahr.




