Das Verteidigungsministerium (BMVg), die Stadt Bremerhaven und der Logistikkonzern BLG Logistics Group haben eine Absichtserklärung unterzeichnet. Gegenstand ist der gemeinsame Aufbau des Deployment Hubs Bremerhaven 2031. Dahinter verbirgt sich der Plan, den in der Hansestadt gelegenen zweitgrößten Seehafen Deutschlands sowie die regionale Verkehrsinfrastruktur für rund 1,56 Milliarden Euro militärisch zu ertüchtigen.
Der Bund stellt für das Vorhaben bis 2031 rund 1,35 Milliarden Euro aus dem regulären Verteidigungshaushalt bereit. Die entsprechenden Mittel hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages bereits im November 2025 bewilligt. Das Land Bremen wiederum unterstützt mit 212 Millionen Euro aus seinem Sondervermögen Hafen. Damit markiert das maritime Projekt die höchste Bundeseinzelförderung der Geschichte des Stadtstaates. Konkret umfasst die Hafenmodernisierung mehr als 40 Einzelprojekte. Unter anderem sind neue Schwerlastbrücken und -flächen, die Vertiefung von Hafenbecken, ein Verbindungskanal im Kaiserhafen sowie der Ausbau von Straßen-, Binnenkaje- und Schienenanbindungen ins Hinterland geplant. Auch der Flughafen Bremen wird für militärische Logistik und Schwerlasten aufgerüstet. Darüber hinaus ist vorgesehen, die Terminal-Infrastruktur der BLG gezielt für den Umschlag von Kettenfahrzeugen und Großgerät auszubauen. Bereits heute fertigt die Anlage rund eine Million Tonnen Schwergut und Fahrzeuge im Jahr ab. Trotz der umfassenden Modernisierungsarbeiten soll die Infrastruktur ihren zivilen Regelbetrieb fortsetzen.
Teil des O-Plans
Das Großprojekt ist ein bedeutender Teil des Operationsplans Deutschland (O-Plan). Denn im Bündnisfall verlegen Zehntausende alliierte Soldatinnen und Soldaten an die NATO-Ostflanke – schweres Gerät mit eingeschlossen. „Es geht um Logistik, es geht um Tausende von Soldatinnen und Soldaten, die dann hier rübergehen, es geht um Streitkräfte mit ihren Panzern“, betonte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). „Mit dieser Entscheidung trägt die Politik der strategischen Bedeutung unseres Standorts in Bremerhaven Rechnung. Bremerhaven ist nicht nur ein leistungsfähiger europäischer Seehafen, sondern zugleich ein strategischer Knotenpunkt für die nationale und europäische Sicherheitsvorsorge“, ergänzte der Vorstandsvorsitzende der BLG-Gruppe, Matthias Magnor. Unterdessen forderte Bremens Hafensenatorin Kristina Vogt, die militärische Bedeutung der Seehäfen strategisch zu verankern. Sie schlug vor, Hafensicherung dauerhaft in der Nationalen Hafenstrategie des Bundes aufzuführen.





