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StartVerteidigungBundeswehr bekommt eigenes Drohnenregiment

Bundeswehr bekommt eigenes Drohnenregiment

Die deutschen Streitkräfte planen ein eigenes Drohnenregiment. Die Ukraine dient dafür als Vorbild. Allerdings will man deren Konzepte nicht eins zu eins übernehmen. Unterdessen gibt es auch zu Loitering Munition Neuigkeiten.

erteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kündigte auf dem niedersächsischen Truppenübungsplatz Bergen vergangene Woche die Aufstellung eines eigenständigen Drohnenregiments für das Heer an. Dieser neue Verband soll im Laufe des Jahres 2027 den Dienst antreten. Bis zu 600 Soldatinnen und Soldaten könnten in dem Regiment für unbemannte Systeme dienen. Für die Erstbefähigung im kommenden Jahr plant das Verteidigungsministerium (BMVg) zunächst mit 350 Männern und Frauen in Uniform. Unabhängig von der Personalstärke bleibt die Aufgabe aber gleich: die operationellen Reichweiten von der Nächstdistanz bis zu 500 Kilometern abdecken. „Wer sich zu Land durchsetzen will, der muss eben den Kampf mit unbemannten Systemen beherrschen“, so der Minister. Das inkludiert UAV in allen Dimensionen.

Konkret reicht das taktische Aufgabenspektrum von der Nahaufklärung bis hin zu Distanzen von bis zu 500 Kilometern. Darüber hinaus erhält die neue Truppe eine eigene Kompanie für den elektromagnetischen Kampf. Diese zeichnet für Aufgaben wie den Schutz eigener Daten- und Kommunikationsverbindungen sowie die gezielte Störung gegnerischer Funk- und Steuerkanäle verantwortlich. Ergänzt wird das durch eine Kompanie für den Close Fight und eine für die Drohnenabwehr. Darüber hinaus ist eine eigene Test- und Versuchskompanie vorgesehen. Sie soll das Regiment befähigen, Weiterentwicklung, Test, Versuch und Operation aus einer Hand zu steuern. Insgesamt wird sich das neue Regiment dem Aufgabenspektrum entsprechend aus fünf oder sechs Kompanien zusammensetzen. Die volle Einsatzbereitschaft ist auf das Jahr 2029 terminiert. Laut BMVg ist die Eingliederung des Regiments in die 10. Panzerdivision vorgesehen. Auch die im Rahmen der NATO-Ostflanke in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 gehört zu dieser Division.

Loitering Munition und neues Konzept

Um das Regiment technisch auf der Höhe der Zeit auszustatten, plant die Bundeswehr den Einsatz von Loitering Munition. Diese befindet sich zurzeit allerdings noch in der truppendienstlichen Erprobung. Der reguläre Einsatz ist für das kommende Jahr angesetzt.
Mit dem Aufbau des Drohnenregiments wählen die deutschen Streitkräfte einen neuen Ansatz, die Soldatinnen und Soldaten im Umgang mit unbemannten Systemen zu befähigen. Bislang stand vor allem der Anspruch, unbemannte Kapazitäten in bestehenden Strukturen zu entwickeln. So erklärte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Dr. Christian Freuding, zum Jahreswechsel 2026/2027 in ausgewählten Verbänden der Jäger-, Aufklärungs- und Panzertruppe dezentrale unbemannte Strukturen aufzubauen. Das neue Regiment wiederum soll als eigenständiger Großverband auf operativer Ebene steuern und bündeln. Die Bundeswehr schafft hier also gezielt eine Doppelstruktur.

Die Ukraine als Vorbild

Mit der Aufstellung des Regiments reagiert das Verteidigungsministerium auch auf die Realitäten der modernen Gefechtsführung, wie sie insbesondere in der Ukraine offenbar werden. Dort wird ein Großteil der präzisen und zerstörerischen Wirkung inzwischen über unbemannte Plattformen erzielt. Allerdings werden die Truppe und das BMVg nicht müde zu betonen, dass ein Konflikt zwischen der NATO und Russland nicht nach diesem Vorbild ablaufen soll und werde. Der Tatsache, dass Drohnen – nach Plänen der Bundeswehr – die wesentliche Ergänzung des bestehenden Fähigkeitsspektrums darstellen, tut das allerdings keinen Abbruch. Klassische Großwaffensysteme wie Kampfpanzer, Kampfflugzeuge oder Kriegsschiffe werden sie allerdings nicht ersetzen. Vielmehr ist vorgesehen, dass alle Einheiten – bemannt wie unbemannt – in einem digital vernetzten Wirkungsverbund agieren. Dabei will die Bundesregierung von der Expertise aus der Ukraine profitieren. Deren operationelle Kampferfahrung fließt direkt in die Bewertung deutscher Rüstungsprojekte ein.

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