- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
StartVerteidigungÖsterreichs Militärpiloten fliegen zivil

Österreichs Militärpiloten fliegen zivil

Österreichs Bundesheer will gut ausgebildete Pilotinnen und Piloten länger an die Truppe binden. Dafür geht es ein Bündnis mit der Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) ein. Dieses sieht vor, dass Militärpiloten in Zukunft auch im zivilen Sektor bei der AUA zum Einsatz kommen.

Am 28. September 2026 begann für die ersten zwei Bundesheerpiloten – einen bisherigen Jet- sowie einen Hubschrauberpiloten – die spezifische Typenschulung für die Airbus A320-Familie bei der Airline. Bislang schieden viele Militärpiloten nach Ablauf ihrer mindestens achtjährigen Verpflichtungszeit vollständig aus dem Staatsdienst aus. Es folgte häufig eine Karriere in der zivilen Luftfahrt. Für das Bundesheer bedeutete dies stets einen Verlust an teuer ausgebildeten Fachkräften und langjährigem Erfahrungswissen. Durch das neue Modell strebt das Verteidigungsministerium an, die Pilotinnen und Piloten für weitere zehn Jahre den Streitkräften zu erhalten – zumindest zum Teil. Denn die ehemaligen Soldatinnen und Soldaten stehen mindestens die Hälfte des Jahres der Luftwaffe zur Verfügung. Dort stehen sie weiterhin für operative Einsätze, Schulungsaufgaben sowie den Aufbau von Milizstrukturen zur Verfügung.

Der private Partner Austrian Airlines profitiert wiederum von flexibel einsetzbarem Flugpersonal. Die Airline verspricht sich, die Nachfragespitzen im Sommerflugplan mit dem neu gewonnenen Personal abzudecken. Das erspart AUA, ganzjährig Personal zu beschäftigen, das in den flugschwachen Wintermonaten nicht benötigt wird.

Auf vorhandenes Wissen aufbauen

Dank ihrer militärischen Vorerfahrung sind die Pilotinnen und Piloten bereits umfänglich ausgebildet. Die grundlegende Befähigung für Flächenflugzeuge sowie die theoretischen Lizenzen liegen bereits vor. Folgerichtig konzentriert sich die Umschulung bei der AUA auf zivile Flugbetriebsverfahren. Darüber hinaus steht das spezifische Systemverständnis des Airbus A320 auf dem Stundenplan. Der Zeitplan sieht vor, dass der Abschluss der Typenschulung und erste Einsätze im zivilen Liniennetz im kommenden Jahr erfolgen. Ab 2028 plant AUA, die neu gewonnenen Pilotinnen und Piloten in den regulären Saisonrhythmus zu integrieren. Dann sitzen die Soldatinnen und Soldaten von Mai bis Oktober für AUA in Ferienfliegern. Von November bis April kehren sie dann in den Dienst der Luftstreitkräfte zurück.

Die Idee stößt nicht nur auf Begeisterung. Kritikerinnen und Kritiker verweisen auf die komplexe Abstimmung von Dienstplänen und die strikte Einhaltung gesetzlicher Ruhezeiten. Darüber hinaus bleibt die Herausforderung bestehen, zwei völlig unterschiedliche Flugberechtigungen und Einsatzprofile aufrechtzuerhalten. Das Verteidigungsministerium strebt entsprechend eine Evaluierung des neuen Konzeptes an. Auf deren Basis wird über eventuelle Anpassungen oder eine Erweiterung des Programms entschieden.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein