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StartSicherheitMannheim setzt auf integrierte Sicherheit und Kooperation

Mannheim setzt auf integrierte Sicherheit und Kooperation

Wie sicher ist Mannheim – und wie plant die Stadt, auch künftig ein hohes Sicherheitsniveau zu gewährleisten? Im Interview erklärt Dr. Volker Proffen, Bürgermeister für Finanzen, Beteiligungsvermögen, IT, Sicherheit und Ordnung, welche Strategien und Maßnahmen die Stadt ergreift, um öffentliche Räume zu schützen, Krisenresilienz zu stärken und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen.

Behörden Spiegel: Als Bürgermeister mit dem Zuständigkeitsbereich Sicherheit und Ordnung: Was sind die zentralen Bestandteile des Mannheimer Sicherheitskonzeptes?

Dr. Volker Proffen: Ein roter Faden, der unser Sicherheitskonzept durchzieht, ist der integrale und interdisziplinär angelegte Ansatz. Dies bedeutet, wir verfolgen eine ganzheitliche, ressort- und sektorenübergreifende Betrachtung unter Berücksichtigung der vielfältigen Facetten der Urbanen Sicherheit. Die Sicherheit im öffentlichen Raum hat für die Stadt Mannheim oberste Priorität. Dies begreifen wir als kontinuierliche und mehrdimensionale Aufgabe von zahlreichen Akteuren und Verantwortungsträgern, die alle das Ziel eint, in unserer Stadt für ein lebenswertes Umfeld zu sorgen. Dazu zählt die enge Kooperation mit dem Polizeipräsidium Mannheim, etwa zu den Themen Waffen- und Messerverbotszone, Schutz vor Überfahrttaten, Intelligenter Videoschutz oder Hochrisikospielen, genauso wie die Verzahnung von Ordnungsrecht und sozialer Sicherung. Hier sei etwa die Tandemstreife von Mitarbeitenden des städtischen Ordnungsdienstes in Uniform und aufsuchenden Leistungssachbearbeitenden des Fachbereichs Arbeit und Soziales genannt.

Zudem legen wir großen Wert darauf, innovative und effiziente Sicherheitstechniken einzusetzen sowie für eine adäquate Ausbildung und sachgerechte Ausstattung unseres städtischen Ordnungsdienstes zu sorgen. In Hinblick auf das Sicherheitsempfinden verfolgen wir einen partizipativen und wirklichkeitsbezogenen Ansatz: Durch Sicherheitsbefragungen setzen wir an den realen Problemperspektiven in der Bürgerschaft an, um durch Schwerpunktsetzungen und zielgerichtete Maßnahmen die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum sowie das Sicherheitsgefühl zu verbessern. Schließlich messen wir dem Thema „Sicherheit durch Dialog und gesellschaftlichen Zusammenhalt“ eine großen Stellenwert zu, um ein friedfertiges, respektvolles Miteinander zu gewährleisten. Mit Blick auf die dynamische Entwicklung überprüfen wir unsere Konzepte fortlaufend dahin und optimieren diese bei Bedarf, um den Menschen in unserer Stadt den größtmöglichen Schutz zu bieten.

Behörden Spiegel: Nach dem tragischen Vorfall einer Amokfahrt in der Mannheimer Innenstadt im März 2025 wurden verstärkte Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. Welche konkreten Schritte wurden seitdem unternommen, um die Sicherheit in der Innenstadt zu erhöhen?

Proffen: Die Stadt Mannheim hat das gesamte Stadtgebiet mit einer Risikomatrix analysiert und hinsichtlich des Gefährdungspotenzials klassifiziert. So wurden besonders sensible Orte identifiziert und priorisiert. In einer eigens eingerichteten interdisziplinären Projektgruppe – unter Einbeziehung externer Expertise – werden derzeit Maßnahmen geprüft, um an diesen Orten die Sicherheit gezielt weiter zu erhöhen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Videoschutz. Hier prüfen wir derzeit in enger Abstimmung mit der Polizei, inwieweit eine Ausdehnung und Weiterentwicklung rechtlich möglich und sinnvoll ist.

Behörden Spiegel: Sie haben das Thema Kooperation und Vernetzung erwähnt. Findet deshalb auch erneut der Sicherheitstag 2025 in Mannheim statt?

Proffen: Wir haben den Mannheimer Sicherheitstag 2019 ins Leben gerufen, um die aktuellen Herausforderungen der urbanen Sicherheit sichtbar zu machen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Gerade in Zeiten, in denen Themen wie Krisenvorsorge, neue Technologien oder die Sicherheit und Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum immer wichtiger werden, ist es entscheidend, dass wir voneinander lernen, diskutieren und praxisgerechte Lösungsansätze vertiefen. Daher setzen wir den Mannheimer Sicherheitstag in diesem Jahr zum dritten Mal fort, um uns über die aktuellsten Entwicklungen auszutauschen. Wir bringen Fachleute aus Kommunen, Behörden und Wissenschaft zusammen, um praxisnahe Impulse zu gewinnen. So entstehen konkrete Handlungsempfehlungen, die den Alltag in unseren Städten sicherer machen können. Gleichzeitig stärken wir die Vernetzung der Akteure und damit die Handlungsfähigkeit der Kommunen und Behörden insgesamt.

Behörden Spiegel: Was sind die zentralen Themen des 3. Mannheimer Sicherheitstags?

Proffen: Mit der Tagesordnung des 3. Mannheimer Sicherheitstages ist es uns wieder gelungen, die unterschiedlichen Facetten des Themas „Urbane Sicherheit“ in ihrer Vielschichtigkeit abzubilden. In diesem Jahr konzentrieren wir uns auf mehrere Schwerpunkte: die Gestaltung und Nutzung öffentlicher Räume, die Stärkung der kommunalen Krisenresilienz, den Einsatz neuer Technologien sowie aktuelle rechtliche Entwicklungen. Das sind Themen, die nicht nur uns in Mannheim unmittelbar betreffen, sondern auch in vielen anderen Städten von aktueller Relevanz sind.

Am 17. Oktober findet der Mannheimer Sicherheitstag statt. Anmelden für den Kongress können Sie sich hier.

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