Keine scharfe Trennungslinie

0
815
Generalmajor a. D. Reinhard Wolski, Dipl.-Ing. (Univ.), ist Experte des Behörden Spiegel und war in seiner letzten Verwendung Chef des Amtes für Heeresentwicklung. (Foto: privat)

Dass der mittlerweile etwas abgenutzte Begriff von der 360 Grad Sicht auch mal durch eine fokussierte Betrachtung von 64 Grad bis 90 Grad nördlicher Breite ersetzt werden muss, zeigt die neue “United States’ National Strategy for the Arctic Region”. Diese setzt deutliche Akzente vor allem in zwei Aspekten:  Klimaschutz und Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung der Arktis einerseits sowie klare Aufstellung gegen die weitere Militarisierung der Arktis durch Russland und die steigende Einflussnahme Chinas andererseits. Bezüglich der Arktis gibt es für die USA keine scharfe Trennungslinie zwischen Außen- und Innenpolitik, ein auch für die EU interessanter Aspekt.

Die Strategie der USA in der Arktis soll auf vier Pfeilern ruhen: 1. Abwehr jeglicher Bedrohung des Heimatlandes, US-Präsenz in der Arktis. 2. Umweltschutz und Schutz der Bevölkerung vor Klimafolgen. 3. Nachhaltige ökonomische Entwicklung auch von Infrastruktur, zusammen mit Partnern, 4. Kooperation und “Governance”, auch im Arktischen Rat, trotz des russischen Hegemonialstrebens. Darüber hinaus Überwachung internationaler Abkommen, Gesetze und Standards. Die neue US-Strategie passt zu einer inhaltlichen Komponente der Berliner Sicherheitskonferenz 2022:  Das Thema “The High North” wird durch den Botschafter des Partnerlandes Norwegen, S.E. Torgeir Larsen, moderiert.  Weitere Informationen zur BSC finden Sie hier.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here