Schleswig-Holstein hat am 29.09. seinen siebten Infrastrukturbericht vorgestellt. Laut diesem sind die Investitionen Landes in seine Infrastruktur um etwa 30 Prozent, seit dem letzten Berichtszeitraum gewachsen. Doch gleichzeitig wächst auch der Investitionsbedarf in die Infrastruktur weiter vom Küstenschutz bis hin zum Ausbau des Bahnnetzes.
Schleswig-Holsteins Finanzministerin, Dr. Silke Schneider sieht in den nun getätigten Investitionen aber eine wichtige Grundlage für die Zukunft, die es trotz herausfordernder Zeiten zu tätigen gilt. „Wir investieren auch in finanziell schwierigen Zeiten“, führte sie aus und nannte das Infrastrukturmodernisierungsprogramm für unser Land Schleswig-Holstein (IMPULS) aus dem viele der getätigten Mittel stammen als notwendige Planungssicherheit für die Investitionen.
Von den insgesamt 1,78 Milliarden Euro entfielen rund 1,46 Milliarden Euro auf Landesmittel. Knapp die Hälfte der Gesamtinvestitionen – rund 780,1 Millionen Euro – wurde über das Infrastrukturprogramm IMPULS ermöglicht. Hinzu kamen in den Jahren 2024 und 2025 rund 315,3 Millionen Euro Drittmittel, insbesondere von Bund, Kommunen und der Europäischer Union.
Mehr als nur Instandhaltung
Ein großer Fokus für diesen und auch kommende Investitionszeiträume bleibt das Thema Klimaschutz und der Umbau zu einer klimaneutralen Landesverwaltung: Bis 2040 sollen Investitionen im Wert von rund 2,5 Milliarden Euro in die Landesliegenschaften fließen. Denn Schleswig-Holstein möchte bis 2040 das erste klimaneutrale Industrieland werden, konstatiert Schneider. Bei der Energiewende habe man bereits eine Vorreiterrolle inne, indem man 180 Prozent des Bruttostrombedarfes aus erneuerbaren Energien decke. Die Investitionen in die Infrastruktur sind also mehr als nur der Erhalt bestehender Gebäude oder Verkehrswege. Finanzministerin Schneider betonte: „Wir müssen heute beides im Blick haben: die Infrastruktur, die wir jetzt dringend brauchen, und die Infrastruktur, die unser Land langfristig voranbringt. Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur, eine moderne Energiewirtschaft, ein klimaresilientes Land und klimafeste Infrastruktur gehören für mich zusammen. Gerade weil unsere finanziellen Spielräume begrenzt sind, kommt es darauf an, Investitionen dort einzusetzen, wo sie langfristig den größten Nutzen für Schleswig-Holstein entfalten.“
Bedarf bleibt hoch
Doch auch der Bedarf an Investitionen bleibt weiterhin hoch. So identifiziert der Bericht einen Investitionsbedarf von etwa 2,53 Milliarden Euro, von denen 1,48 Milliarden Euro auf den Investitionsbedarf in Krankenhäusern entfallen. Insgesamt bestand Ende 2025 ein verbleibender Investitionsbedarf von 16,44 Milliarden Euro, der bis 2040 zur Erreichung der Ziele zu tätigen ist.
Neben IMPULS werden zukünftig auch die zusätzlichen Mittel von Seiten des Bundes unterstützend wirken. Insgesamt erhält Schleswig-Holstein rund 3,4 Milliarden Euro. „Entscheidend ist jetzt, dass aus den zusätzlichen Mitteln schnell konkrete Projekte werden. Dafür müssen Planung, Genehmigung, Vergabe und Bau Schritt halten“, betonte Schneider in Zusammenhang mit den Mitteln.





