Mit „Digital ist real“ startet die Polizei Baden-Württemberg eine neue Präventionskampagne zu Gefahren im digitalen Raum. Zum Auftakt richtet sich die Initiative an Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen fünf bis sieben an weiterführenden Schulen im Schuljahr 2026/2027.
Zunächst möchte die Polizei Baden-Württemberg auf die Gefahren des Cybergroomings aufmerksam machen. Dazu werden in nächster Zeit rund 380.000 Stundenpläne mit kurzen Präventionsbotschaften auf der Rückseite verteilt. Die Schülerinnen und Schüler an rund 1.500 weiterführenden Schulen erhalten diese regulär mit ihrer Wochenübersicht. Auf der Vorderseite der Stundenpläne wird zudem ein QR-Code abgedruckt. Über diesen gelangen die Schülerinnen und Schüler „zu altersgerecht aufbereiteten Informationen und Verhal-tenstipps im Internet“.
Im Mittelpunkt der Präventionsarbeit steht die Sensibilisierung für mögliche Gefahren bei digitalen Kontakten. Die Polizei möchte Kindern und Jugendlichen vermitteln, dass sich hinter vermeintlich vertrauenswürdigen Online-Profilen auch Personen mit anderen Absichten verbergen können. Ziel ist es, junge Menschen darin zu stärken, verdächtige Kontakte frühzeitig zu erkennen, persönliche Grenzen zu setzen und sich bei Bedarf Unterstützung zu suchen. Darüber hinaus soll die Kampagne für einen verantwortungsvollen Umgang mit Bildern, Videos und persönlichen Informationen sensibilisieren. Dazu gehört insbesondere, Inhalte anderer Personen nicht ohne deren Einwilligung weiterzugeben und strafbare Inhalte zu melden, anstatt sie weiterzuverbreiten.
Prävention für Jung und Alt
„Gute Prävention setzt frühzeitig an und schafft Orientierung, ohne Angst zu machen“, betonte der baden-württembergische Innenminister Manuel Hagel (CDU). Kinder und Jugendliche sollten die digitale Welt selbstbewusst und sicher nutzen können. Das gehe laut Hagel jedoch nur, wenn sie darin gestärkt würden, Risiken zu erkennen, Grenzen zu wahren und sich im richtigen Moment Hilfe zu holen.
Die landesweite Sensibilisierungskampagne soll künftig verschiedene Gefahren im digitalen Raum aufgreifen. Dazu zählen neben Cybergrooming auch Cybertrading-Betrug, Scamming und Deepfakes. Nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums sollen die Themenschwerpunkte quartalsweise wechseln. Die Polizei werde diese in unterschiedlichen Formaten aufgreifen und „zielgruppengerecht“ vermitteln. Dabei sollen sich die künftigen Präventionsangebote nicht ausschließlich an Kinder und Jugendliche richten. Auch Erwachsene und ältere Menschen sollen mit entsprechenden Aktionen angesprochen werden, teilte das Ministerium mit.





