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Wärmepläne verfrüht und verspätet

Noch im März dieses Jahres war es knapp ein Drittel der Deutschen, die in Kommunen mit abgeschlossener Wärmeplanung lebten, nun sind es bereits die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger. Es wird deutlich, die kommunale Wärmeplanung nimmt an Fahrt auf. Besonders der große Fortschritt der Großstädte und die interkommunale Zusammenarbeit sind der Grund dafür.

Denn lediglich 26 Prozent der Kommunen haben bisher ihre Wärmeplanung wirklich abgeschlossen. Weitere 4.419 Kommunen arbeiten aber bereits an der Fertigstellung ihres eigenen Plans. Das zeigen die Auswertungen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Da die Frist für Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern bereits abgelaufen ist, ist es wenig verwunderlich, dass bereits über die Hälfte der Bevölkerung (56 Prozent) in Kommunen mit abgeschlossener Wärmeplanung lebt. Von den 83 Großstädten, die von der früheren Frist zum Abschließen ihrer Wärmeplanung betroffen waren, haben sich 72 ihre Wärmeplanung abgeschlossen. Die übrigen werden ihre Wärmeplanung bis Ende 2026 fertiggestellt haben, so das BBSR.

Grundsätzlich zeige sich aber eine Zunahme der Dynamik bei der Wärmeplanung, heißt es vom Autor des Berichts, Justus Thiele. Er bewertet vor allem die hohe Zahl der interkommunalen Kooperationen positiv, da so besonders kleine Kommunen entlastet werden können, denen es an personellen und finanziellen Ressourcen mangelt.

Ambitionierte Umsetzung

Auffällig bei der Auswertung der Wärmepläne ist, dass viele der Großstädte besonders ambitionierte Ziele für den Umbau der Wärmeversorgung festgesetzt haben. Mehr als die Hälfte der vorliegenden Pläne orientiert sich am Zieljahr 2045, rund ein Drittel strebt bereits das Jahr 2040 an. Einzelne Städte wollen ihre Wärmeversorgung schon bis 2035 oder 2038 klimaneutral umstellen.

Eine große Baustelle wird dabei die energetische Sanierung von Gebäuden sein. Denn zum Erreichen der Ziele bedürfe es einer Sanierungsquote von etwa zwei Prozent die betroffenen Großstädte anstreben. Studien-Coautorin Andrea Arnold-Drmic erklärt, das Erreichen dieser Ziele, „hängt wesentlich von Investitionen, den verfügbaren Fachkräften und den Kapazitäten im Baugewerbe ab“. Das heutige Niveau der Sanierungsrate liege noch hinter diesen Zielen zurück. 2025 lag die Sanierungsquote der Gebäude bei unter einem Prozent.

Eine weitere Erkenntnis des Berichts ist die Zunahme der Bedeutung von Wärmenetzen. Diese seien bei der Hälfte der auswertbaren Wärmepläne mit einem Anteil von 50 Prozent verplant.

Die vollständige Studie des BBSR finden Sie unter: BBSR – Veröffentlichungen – Status quo der kommunalen Wärmeplanung

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