Spätestens seitdem der Bundesweite Warntag regelmäßig durchgeführt wird und alle Smartphones im näheren Umkreis wild piepen, sind die NINA-Warnapp und Co in der Gesellschaft angekommen. Doch warnen ist das eine. Das andere ist das Handeln danach. Genau hier gibt es noch Defizite.
Die meisten Menschen in Deutschland sind in der Lage, über Cell Broadcast gewarnt zu werden. 86 Prozent der Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer haben die dafür notwendige Technologie Cell Broadcast aktiviert. Dies geht aus einer repräsentativen Befragung von 1.004 Personen ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, darunter 889 Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer, hervor. Die App NINA des Bundes kennen 70 Prozent der Befragten. Rund ein Drittel (31 Prozent) hat sie installiert. KATWARN ist 71 Prozent ein Begriff, 20 Prozent nutzen diese App, während bei BIWAPP liegt der Bekanntheitsgrad nur noch bei 39 Prozent. Die Verwendung liegt dort nur bei sechs Prozent. Rund ein Fünftel (18 Prozent) hat mehrere Warn-Apps parallel im Einsatz.
Das eigentliche Problem liegt jedoch nicht in der Bekanntheit, sondern in dem Umgang damit. Laut der Umfrage weiß mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) nicht, wie sie reagieren soll, wenn sie eine Warnung erhält. Unter denjenigen, die eine Warn-App nutzen, sind es 58 Prozent. 82 Prozent der Befragten fordern, dass die Behörden die Bevölkerung besser über das richtige Verhalten in Krisen informieren.
„Die digitale Warninfrastruktur in Deutschland steht. Über Cell Broadcast und Warn-Apps lassen sich Millionen Menschen zuverlässig und in wenigen Sekunden erreichen. Eine Warnung ist aber nur der erste Schritt. Die Bürgerinnen und Bürger müssen wissen, was sie im Krisenfall zu tun haben – und sie müssen sich auf diesen Fall frühzeitig vorbereiten“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.




