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StartSicherheitEtwas weniger Katastrophenschäden, aber mehr Risiken

Etwas weniger Katastrophenschäden, aber mehr Risiken

Die gute Nachricht zuerst: Die Schäden, die durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr 2026 weltweit entstanden sind, liegen unter dem zehnjährigen Durchschnitt. Die schlechte Nachricht: Die Risiken für die nahe Zukunft steigen. Das zeigt eine Zwischenbilanz des Rückversicherers Munich Re.

Weltweit richteten Naturkatastrophen Schäden von rund 112 Milliarden US-Dollar an. Davon waren jedoch nur 44 Milliarden US-Dollar versichert. Damit sind die entstandenen Schäden im Vergleich leicht unterdurchschnittlich. Die Schäden lagen leicht unter den inflationsbereinigten Durchschnittswerten der vergangenen zehn Jahre (Gesamtschäden 113 Milliarden US-Dollar, davon versicherte Schäden 50 Milliarden US-Dollar), aber deutlich unter denen der vergangenen fünf Jahre (Gesamtschäden136 Milliarden US-Dollar, davon versicherte Schäden 66 Milliarden US-Dollar).

Viele Schäden nicht versichert

Zu den zerstörerischsten Katastrophen im ersten Halbjahr 2026 zählen die Erdbeben in Venezuela, bei denen mehrere Tausend Menschen ihr Leben verloren haben und Schäden in Höhe von rund 30 Milliarden US-Dollar entstanden sind. Weniger als eine Milliarde US-Dollar war davon versichert. Für die Versicherer waren jedoch die Gewitter und Stürme in den USA die teuersten Naturkatastrophen mit 30 Milliarden US-Dollar Gesamtschäden. Davon waren 22 Milliarden US-Dollar versichert. Auch hier lagen die Schäden unter dem zehnjährigen Durchschnitt. In Europa sind, u. a. die Winterstürme auf der iberischen Halbinsel Anfang des Jahres zu nennen. Die Stürme richteten einen Gesamtschaden von 7,7 Milliarden US-Dollar an, davon waren 1,8 Milliarden US-Dollar versichert. In Portugal übertrafen die Schäden bereits die jährlichen Gesamt- und versicherten Schäden seit 1980.

Das dicke Ende kommt noch

Das zweite Halbjahr wird es aber in sich haben. Davon zeigt sich die Munich Re überzeugt. „Es ist eine gefährliche Mischung: Zur fortschreitenden Erderwärmung steuert die Welt auch noch auf einen Super-El Niño zu, der zusätzlich aufheizt. Die Auswirkungen werden in der zweiten Jahreshälfte wahrscheinlich deutlich zu spüren sein. Wer rechtzeitig vorsorgt, rettet Menschenleben und begrenzt die wirtschaftlichen Schäden aus Naturkatastrophen“, warnt Tobias Grimm, Chef-Klimatologe von Munich Re.

Der El Niño ist ein Klimaphänomen, das unregelmäßig auftritt. Es ist, vereinfacht gesagt, eine Erwärmung des Pazifiks, die durch schwächere Passatwinde ausgelöst wird und globale Wetterextreme verursacht. Das Phänomen hat Auswirkungen auf die gesamte Welt und führt zu höheren Durchschnittstemperaturen. Die Prognosen deuten derzeit auf Rekord-El-Niño-Bedingungen am Jahresende. In Australien, Mittelamerika und im Südwesten Afrikas beispielsweise drohen dann vermehrte Trockenheit und Waldbrände. Im Westen Südamerikas, Teilen Brasiliens und auch im Südwesten der USA dagegen können starke Niederschläge mit Sturzfluten auftreten. El Niño dämpft zwar die Hurrikansaison im Nordatlantik, führt aber zu einer höheren Taifunaktivität im gesamten Nordpazifik. „Die besten Maßnahmen für weniger Schäden sind, Hochrisikogebiete nicht mehr für Menschen und Unternehmen zu erschließen sowie weiter in Prävention zu investieren“, erklärt Grimm.

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