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StartStaat & RathausKompetenzcentrum Mobilität

Kompetenzcentrum Mobilität

Das neue Kompetenzcentrum Mobilität der Metropolregion Hamburg ist im Februar 2026 an den Start gegangen. Die länderübergreifende Einrichtung ist Anlaufstelle für Unternehmen und Schulen, die ihre Mobilität nachhaltiger, sicherer und effizienter gestalten wollen. Zunächst für drei Jahre wird das Kompetenzcentrum Projekte initiieren und begleiten. Dabei soll es die Zusammenarbeit zwischen Akteuren der öffentlichen Hand, den Verkehrsunternehmen, den Schulträgern und privaten Unternehmen über Verwaltungs- und Landesgrenzen hinweg erleichtern.

Der Hintergrund: Mobilität orientiert sich nicht an Verwaltungsgrenzen. Pendelverkehre, Schulwege und Dienstfahrten verlaufen über Gemeinde-, Kreis- und Landesgrenzen hinweg. Zuständigkeiten hingegen sind häufig räumlich, fachlich und organisatorisch getrennt. Für eine erfolgreiche Verkehrswende stellt sich daher nicht nur die Frage, welche Mobilitätslösungen effektiv wirken. Entscheidend ist, wie wir die entsprechenden Maßnahmen gemeinsam entwickeln und umsetzen können.

Vier starke Partner tragen das Kompetenzcentrum Mobilität: die Metropolregion Hamburg, der Hamburger Verkehrsverbund, die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen und der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein. Die Beteiligten bringen ihre Expertise mit je einer Mitarbeiterin in das Projektteam des Kompetenzcentrums ein. Neben der Projektarbeit mit Unternehmen und Schulen bündelt das Kompetenzcentrum Wissen zum betrieblichen und schulischen Mobilitätsmanagement, schafft Informationsgrundlagen für die gesamte Region und fördert länderübergreifend Austausch und Vernetzung.

Schulwege als Gemeinschaftsaufgabe

Kaum ein kommunales Mobilitätsthema wird so intensiv diskutiert wie der Schulweg. Fehlende Querungsmöglichkeiten, unsichere Radwege, Verkehrsstaus und unübersichtliche Situationen durch Hol- und Bringverkehre beschäftigen Schulen und Verwaltungen gleichermaßen. In einer Befragung im Rahmen des Vorgängerprojekts zum Mobilitätsmanagement benannten 118 von 153 Einrichtungen im Raum Südholstein und Hamburg das „Elterntaxi“ als eines ihrer größten Mobilitätsprobleme. Eine mögliche Lösung für dieses Problem sind Schulstraßen, die in mehreren Bundesländern bereits erprobt werden. Dabei werden Straßenabschnitte vor Schulen zu Beginn und zum Ende des Unterrichts zeitweise für den Kfz-Verkehr gesperrt. Das reduziert Konflikte und schafft Raum für selbstständige Mobilität von Kindern. Kombiniert werden diese Sperrungen mit Hol- und Bringzonen, an denen Eltern ihre Kinder sicher absetzen können. Von dort gehen die Kinder dann den letzten Abschnitt zu Fuß zur Schule. Die sichere, selbstständige und nachhaltige Mobilität auf Schulwegen ist ein Anliegen von Schulen, Kommunen, Eltern und Kindern gleichermaßen.

Die Voraussetzungen dafür liegen jedoch in der Zuständigkeit vieler Akteure. Das Kompetenzcentrum Mobilität soll hier als Bindeglied und Koordinator wirken: Schulen und Schulträger, Straßenverkehrsbehörden, Polizei und Straßenbaulastträger, ÖPNV-Aufgabenträger, kommunale Verwaltungen, Eltern und nicht zuletzt die Kinder tragen jeweils einen Teil zur Lösung für eine sichere und selbstständige Mobilität von Kindern bei.

Mobilität an Wirtschaftsstandorten

Ein weiteres Arbeitsfeld des Kompetenzcentrums Mobilität sind Gewerbe- und Industriestandorte. Hier verdichten und überlagern sich die Mobilitätsbedürfnisse zahlreicher unterschiedlicher Unternehmen. Beschäftigte, Gäste sowie Liefer- und Dienstleistungsverkehre erzeugen Mobilitätsanforderungen, die einzelne Unternehmen oft nicht allein erfüllen können. Das Projektteam des Kompetenzcentrums Mobilität strebt auch hier an, Partnerinnen und Partner zusammenzubringen und standortübergreifende Lösungen zu entwickeln. Denkbar sind beispielsweise gemeinsame Mobilitätsstationen, Car-sharing-Angebote, unternehmensübergreifende Fahrgemeinschaften oder kooperative Ansätze beim Aufbau von Ladeinfrastruktur.

Impulse gesucht

Die Mobilitätswende ist keine Aufgabe einzelner Verwaltungen, Unternehmen oder Bildungseinrichtungen. Sie gelingt nur, wenn viele Akteure gemeinsam an Lösungen arbeiten und bereit sind, neue Wege zu erproben. Das Kompetenzcentrum Mobilität versteht sich als Angebot, diesen Prozess zu unterstützen. Es bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen, fördert den Austausch von Erfahrungen und begleitet die Entwicklung und Umsetzung gemeinsamer Projekte – nicht als Ersatz bestehender Strukturen wie der MOBILOTSIN der LNVG, des mobiliteams by NAH.SH und der Angebote des hvv, sondern als Ergänzung und Bindeglied zwischen den Beteiligten. Kommunen, Schulen, Unternehmen und weitere Akteure der Metropolregion sind eingeladen, eigene Projektideen einzubringen und gemeinsam mit dem Kompetenzcentrum Mobilität weiterzuentwickeln. Denn die besten Lösungen entstehen dort, wo praxisnahes Wissen, lokale Erfahrungen und unterschiedliche fachliche Perspektiven ineinandergreifen.

Mehr Informationen zum Kompetenzcentrum Mobilität finden Sie hier.

Autorin des Gastbeitrags ist Marion Köhler. Sie ist Pressesprecherin der Geschäftsstelle der Metropolregion Hamburg und zuständig für Europa-Angelegenheiten.

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