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StartVerteidigungRheinmetall investiert Millionen in Kassel-Calden

Rheinmetall investiert Millionen in Kassel-Calden

Der größte deutsche Rüstungskonzern und das Land Hessen investieren gemeinsam rund 270 Millionen Euro in das Rheinmetall-Werk in Kassel sowie den benachbarten Flughafen Kassel-Calden. Ein entsprechendes Memorandum of Understanding wurde bereits durch Rheinmetall-Vorstandschef Armin Papperger und Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) unterzeichnet. Daran nahm auch Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) teil.

Laut Unternehmensangaben wird Rheinmetall rund 260 Millionen Euro in den Standort investieren. Das Land Hessen unterstützt den Aufbau des „Defence Hub Nordhessen“ mit einem Betrag im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich aus Landesmitteln. Der Investitionsschwerpunkt am Regionalflughafen Calden liegt auf dem Aufbau eines rund 30.000 Quadratmeter großen Logistikzentrums. Darüber hinaus ist ein integriertes Drohnen-Testzentrum nebst Trainingsareal geplant. Die Inbetriebnahme ist auf Ende des Jahres 2027 terminiert. Ergänzend eröffnet die Technische Universität Darmstadt am Standort das Hessische Drohnenkompetenzzentrum. Dafür investiert das Land Hessen acht Millionen Euro. Parallel fließen umfangreiche Mittel in das bestehende Fahrzeugbau-Werk im Kasseler Stadtgebiet. Dort läuft unter anderem der Radpanzer „Boxer“ vom Band.

Mit den Investitionen wachsen die Standorte auch personell an. In Calden rechnet Rheinmetall mit der Schaffung von mindestens 130, perspektivisch bis zu 200 Arbeitsplätzen. Im Stammwerk Kassel wiederum soll die Belegschaft von derzeit 2.200 auf rund 3.000 Mitarbeitende im Jahr 2029 anwachsen. Konzernchef Papperger stellte für den Rheinmetall-Standort Kassel in den kommenden eineinhalb Jahren sogar eine Größenordnung von bis zu 3.500 Beschäftigten in Aussicht. Ministerpräsident Rhein erachtet die Pläne als wichtigen Impuls für die Region. Seiner Ansicht nach werde der Verteidigungsstandort Nordhessen auf ein neues Level gehoben. Dem pflichtete Mansoori bei. Er verwies auf die ökonomische und sicherheitspolitische Notwendigkeit. Eine moderne Ausrüstung der Bundeswehr diene dem Schutz der Freiheit. Es sei eine Frage der Vernunft, die im Zuge der Zeitenwende aufgebrachten Milliarden im eigenen Land zu binden und heimische Wertschöpfungsketten zu stärken.

Die Verteidigungsindustrie ist für den Wirtschaftsstandort Kassel bedeutend

Die Wirtschaft der Region wird maßgeblich vom VW-Werk im angrenzenden Baunatal sowie von den Rüstungskonzernen KNDS und Rheinmetall geprägt. Beide betreiben Werke in der Stadt. Das größte deutsche Rüstungsunternehmen beschäftigt in der Region etwa 2.200 Mitarbeitende. Bei KNDS sind knapp 2.000 Personen beschäftigt. Seit der Freigabe des Sondervermögens der Bundeswehr haben beide Unternehmen ihre Belegschaften deutlich ausgebaut. Im VW-Werk Baunatal arbeiten rund 15.000 Menschen. Unklar ist gegenwärtig, ob es im VW-Werk zu Stellenabbau kommen wird. Denn der größte deutsche Automobilkonzern wird in der Bundesrepublik Arbeitsplätze abbauen. Ob auch der Standort Baunatal davon betroffen sein wird, ist nicht öffentlich bekannt. Wirtschaftsminister Mansoori betonte, den Standort erhalten zu wollen.

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