Die ukrainische Fremdenlegion

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Die Ukraine wirbt in der ganzen Welt für ihre Fremdenlegion. (Foto: BS/DoD Ukraine)

Europa hat mit dem ersten Weltkrieg die Erfahrung gemacht, wie schnell sich ein Flächenbrand entwickeln kann, der Millionen Tote forderte. Eine Wiederholung zu verhindern ist aktuell das Primat der Politik von Deutschland, der Europäischen Union und der NATO. Dementsprechend mit Sorge betrachtet werden die Bemühungen der Ukraine, Ausländer für ihre Fremdenlegion anzuwerben.

Aktuell ruft die Ukraine offen alle Menschen der Welt auf, bei der Verteidigung der freiheitlichen Werte gegen einen diktatorischen Aggressor zu helfen. Willkommen sei jeder ungeachtet des Geschlechts und der Hautfarbe, der entweder an der Waffe ausgebildet sei oder IT-Fähigkeiten besitzte. Viele sind diesen Aufrufen bereits gefolgt, sowohl für die Kampfeinheiten als auch für die Cyberangriffe.

Nicht nur für die Regierungen der jeweiligen Länder stellen diese irregulären Kräfte allerdings ein Problem dar. Die Gesetze sind eindeutig: Solange Deutschland nicht offiziell in einen Krieg eingetreten ist, darf kein Deutscher sich mit Hoheits- oder sonstigen eindeutig zuordnenbaren Abzeichen an dem Konflikt beteiligen. Wenn nun allerdings ein Reservist sowohl die Fahne als auch das Verbandsabzeichen von seiner Uniform entfernt und dann mit dieser von ihm selbst beschafften Kleidung  in die Ukraine reist, tritt er zwar offiziell nicht mehr als deutscher Soldat auf, trägt aber weiterhin deutsche Ausrüstung. Die Bundesregierung hat kaum Möglichkeiten, dies zu verhindern. Selbst ein im Nachhinein ausgesprochenes Uniformtrageverbot wird sich kaum in der Ukraine durchsetzen lassen. Für die Russen handelt es sich allerdings um eindeutige Bundeswehr-Uniformen. Im entgegengesetzten Fall würden die deutschen Nachrichtendienste von kleinen grünen Männchen sprechen. Der Reservist kann also einen Kriegsgrund schaffen, dem die nukleare Zerstörung Deutschlands folgen könnte.

Gleiches gilt für all jene Deutsche, die aktuell russische Stellen über das Internet angreifen. Schließlich sind die meisten dieser Hobby-Hacker gerade einmal in der Lage, die notwendigen Angriffstools zu benutzen, für eine Verschleierung des Standortes reichen die Fähigkeiten oftmals nicht. So registrieren also russische Behörden vermehrt Cyberangriffe aus Deutschland, was einen aggressiven Akt mitten in einem Krieg darstellt. Die Folgen könnten ebenfalls verheerend sein.

Es bleibt also nur die Sensibilisierung der deutschen Bevölkerung und besonders von Reservisten, von ehemaligen Polizisten und Sicherheitskräften, dass sie mit ihrem Verhalten – so moralisch verständlich es ist – die Sicherheit der gesamten europäischen Bevölkerung gefährden. Sie wirken als Brandbeschleuniger, dabei setzt die Politik auf Ruhe, damit die Wirtschaftssanktionen zum Erfolg führen können. Mit dieser Botschaft die Hobby-Hacker zu erreichen, dürfte allerdings durchaus schwer werden.

Die bisherige Berichterstattung des Behörden Spiegel zum Ukraine-Krieg finden sie hier.

1 Kommentar

  1. Ich fände es zwar schlimm wenn die Lage eskaliert in Europa, aber wäre es nicht evtl sogar notwendig? Ich wäre bereit für die Konsequenzen wenn sich dadurch Russland stoppen lässt. Aber ja klar wir können uns auch weiterhin verkriechen und nichts tun.
    Oder wir setzen einen Präventivschlag gegen Russland. So schlimm wäre das nicht, einem Haufen Geisteskranker Mörder wird schon niemand nachtrauern. Würde mich sofort freiwillig melden, diese scheiße in den Nachrichten zu sehen und nichts zu tun mach mich krank.

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