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StartSicherheitSchnellerer Sirenenausbau gefordert

Schnellerer Sirenenausbau gefordert

Warntag, die sechste – die Warninfrastruktur wird erneut bundesweit getestet. Lag der Fokus in den vergangenen Jahren auf digitalen Kanälen wie Cell Broadcast und der NINA-Warn-App, schwenkt der Blick langsam auf das Handeln nach der Warnung und zurück auf die Sireneninfrastruktur.

Wenn am 10. September um 11 Uhr die Smartphones piepen und die Sirenen heulen, hat die Bevölkerungswarnung über das Modulare Warnsystem (MoWaS) funktioniert. Im vergangenen Jahr konnte der Warnmix aus Cell Broadcast, Sirene, Warn-Apps, Radio, TV oder Anzeigetafeln nach einer Umfrage des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) 97 Prozent der Befragten erreichen. Cell Broadcast war der reichweitenstärkste Kanal mit 73 Prozent. Die Sirene erreichte 65 Prozent. Bei beiden Kanälen wurde die Reichweite im Vergleich zu 2024 erhöht.

Doch angesichts von Bedrohungen für die Infrastruktur fordert der Verband der Hersteller von Bevölkerungswarnsystemen (VHBW) ein resilienteres Warnsystem, das nicht von Strom abhängig ist. Digitale Warnmittel seien auf intakte Strom- und Mobilfunknetze angewiesen. Moderne und entsprechend ausgelegte Sirenen könnten über eine gepufferte bzw. autarke Stromversorgung auch bei einem Stromausfall einsatzfähig bleiben und auch dann warnen, wenn die öffentliche Stromversorgung beeinträchtigt sei, zeigt sich der Verband überzeugt. 2021 gab der Bund das Ziel einer flächendeckenden Sirenenwarnung in Deutschland aus und legte dafür ein millionenschweres Förderprogramm auf. Nach Berechnungen des VHBW sind für eine flächendeckende Abdeckung rund 50.000 neue Sirenen erforderlich. Zwar gebe es Förderprogramme seitens des Bundes und der Länder, doch nach Ansicht des Verbandes müsse der Ausbau schneller vorangetrieben werden.

„Wir brauchen langfristig angelegte Förderprogramme und eine deutlich bessere finanzielle Ausstattung. Nur wenn über mehrere Jahre ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, können Kommunen und Hersteller verlässlich planen und die notwenigen Investitionen in die Warninfrastruktur tatsächlich umsetzen. Gerade angesichts des begrenzten Zeitfensters und der steigenden Anforderungen an die zivile Resilienz muss die Finanzierung entsprechend ambitioniert und langfristig gesichert sein“ erklärt VHBW-Geschäftsführer Benno Schrief.

Defizite beim Handeln

Ein anderer Schwerpunkt ist das Handeln nach der Warnung. Nach einer kürzlichen Umfrage des Branchenverbands Bitkom weiß mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) nicht, wie sie reagieren soll, wenn sie eine Warnung erhält. Unter denjenigen, die eine Warn-App nutzen, sind es 58 Prozent. 82 Prozent der Befragten fordern, dass die Behörden die Bevölkerung besser über das richtige Verhalten in Krisen informieren.

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