Der amtierende Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, wird im kommenden Jahr einer neuen Aufgabe nachgehen. Er wurde beim Treffen der Militärchefs der 32 Mitgliedstaaten in Kopenhagen zum neuen Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses gewählt. Breuer setzte sich dabei gegen die kanadische Generalstabschefin Jennie Carignan durch.
Gegenwärtig liegt das Amt noch in den Händen des italienischen Admirals Giuseppe Cavo Dragone. Nachdem er im Jahr 2024 gewählt wurde, wird er den Posten turnusmäßig im kommenden Jahr abgeben. Aufgabe des Vorsitzenden ist, den NATO-Generalsekretär, gegenwärtig ist das der Niederländer Mark Rutte, zu beraten. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) lobte Breuers „außergewöhnlichen strategischen Weitblick“ und seine Verdienste bei der Bundeswehr-Neuaufstellung im Rahmen der Zeitenwende. Breuer selbst kündigte im Hinblick auf seine Wahl an, die Perspektiven aller Mitgliedstaaten zusammenzuführen und substanzielle militärische Ratschläge in das Bündnis einzubringen.
Allerdings bringt die Wahl den deutschen Verteidigungsminister in Zugzwang. Denn die Vorsitzenden des Ausschusses bereiten sich für gewöhnlich bereits mit deutlicher zeitlicher Karenz vor Amtsantritt auf ihre neue Rolle vor. Es schließt sich deshalb die Frage an, wie lange Breuer noch seiner Verantwortung als höchstrangiger deutscher Soldat nachgehen kann. Pistorius ist also angehalten, in absehbarer Zeit einen Nachfolger zu benennen. Das bestätigt André Wüstner, Vorsitzender des Deutschen Bundeswehrverbands. Er mahnte gegenüber einem großen deutschen Polit-Magazin, dass die Einarbeitung des Nachfolgers möglichst zeitnah erfolgen sollte.





