- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
StartSicherheitKrisen halten sich nicht an Zuständigkeiten

Krisen halten sich nicht an Zuständigkeiten

Anzeige

Der mehrtägige Stromausfall im Südwesten Berlins Anfang 2026 hat gezeigt, wie schnell aus dem Ausfall einer Infrastruktur eine komplexe Krisenlage werden kann. Mehr als 45.000 Haushalte waren ohne Strom und Heizung, Mobilfunk und Bahnverkehr waren beeinträchtigt, Krankenhäuser mussten auf Notstrom zurückgreifen. Für Pflegeeinrichtungen wurden mobile Aggregate bereitgestellt, die Bundeswehr unterstützte bei deren Betankung.

Solche Lagen stellen Staat und Katastrophenschutz vor eine grundlegende Herausforderung: Jede beteiligte Organisation hat eigene Aufgaben, Strukturen und spezialisierte Systeme. Im Ernstfall müssen daraus innerhalb kürzester Zeit eine gemeinsame Lage und ein abgestimmtes Handeln entstehen.

An dieser Stelle sehe ich die entscheidende Lücke: Vielerorts fehlt eine gemeinsame operative Plattform, die vorhandene Systeme herstellerunabhängig verbindet. Feuerwehr, Polizei, THW, Bundeswehr, Hilfsorganisationen und Versorger können ihre Individualsysteme weiter nutzen, während relevante Informationen organisationsübergreifend zusammengeführt werden.

Eine Krise lässt sich nicht entlang von Systemgrenzen bewältigen. Wo wird Unterstützung benötigt? Welche Ressourcen stehen zur Verfügung? Welche Maßnahmen laufen bereits? Wer übernimmt welche Aufgabe? Und nicht zuletzt: Wer führt die Lage?

Aus unseren Projekten weiß ich: Technische Integration allein beantwortet diese Fragen nicht. Ebenso wichtig sind klare Kommunikationswege, Verantwortlichkeiten und Führungsstrukturen. Gerade zu Beginn des Berliner Stromausfalls war teilweise unklar, wer wofür zuständig war.

Das im März 2026 in Kraft getretene KRITIS-Dachgesetz setzt bundeseinheitliche Mindeststandards für den physischen Schutz kritischer Infrastrukturen und deren Ausfallsicherheit. Damit rückt die organisationsübergreifende Handlungsfähigkeit in den Fokus: Systeme und Prozesse müssen so aufgestellt sein, dass alle Akteure schnell auf einer gemeinsamen Informationsgrundlage handeln können. Diese Zusammenarbeit muss regelmäßig unter realistischen Bedingungen geprobt werden.

Resilienz zeigt sich auch darin, wie gut wir vorbereitet sind, wenn der Normalbetrieb nicht mehr trägt. Der Berliner Stromausfall sollte Anlass sein, neben der Widerstandsfähigkeit einzelner Infrastrukturen auch darüber zu sprechen, wie aus vielen Beteiligten im Ernstfall eine handlungsfähige Einheit wird.

Mehr zum Thema: Im Qvest Insight „Krisen halten sich nicht an Organisationsgrenzen. Systeme häufig schon.“ zeigt Moritz Helmchen, welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen Behörden für organisationsübergreifende Handlungsfähigkeit schaffen müssen.

Dieser Beitrag ist eine Anzeige von Qvest, Autor ist Moritz Helmchen. Er ist Principal bei Qvest und hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in IT-Management, Cloud-Sicherheit und Datenschutz. Sein Schwerpunkt liegt auf integrierten Technologielösungen für Leitstellen und resilienten Systemarchitekturen.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein