Vergangene Woche erfolgte die traditionelle Kiellegung des dritten Flottendienstbootes der Klasse 424 auf der Peene-Werft im mecklenburg-vorpommerschen Wolgast. In diesem Rahmen kündigte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) außerdem die Beschaffung eines vierten Schwesterbootes an.
Die neue Schiffsklasse soll als hochspezialisierte Plattform der Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung sowie der Überwachung des elektromagnetischen Spektrums über Land, Luft und See dienen. Dafür zeichnen bisher die seit Ende der 1980er-Jahre im Dienst befindlichen Schiffe der „Oste“-Klasse („Oste“, „Oker“ und „Alster“) verantwortlich.
Im Juli 2023 gab der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages 3,3 Milliarden Euro für drei neue Flottendienstboote frei. Das erste Schiff wurde am 25. Februar 2025 auf Kiel gelegt und soll 2029 ausgeliefert werden. Im November 2025 folgte das zweite Schiff. Bereits 2027 will die Marine über eine Ausbildungsanlage für die neue Klasse verfügen. Die Indienststellung der drei maritimen Einheiten ist für das Jahr 2031 vorgesehen.
Nun soll nach dem Willen des deutschen Verteidigungsministers ein viertes Schiff hinzukommen. Beschlossene Sache ist das allerdings noch nicht. Denn Pistorius kündigte in Wolgast lediglich mit dem Inspekteur Marine und dem Inspekteur CIR an, den Kurs für ein weiteres viertes Schwesterboot gesetzt zu haben. Die parlamentarische Abstimmung soll noch folgen. Laut Medieninformationen soll das noch in diesem Jahr erfolgen. Der Wert des Projekts soll sich auf mehr als eine Milliarde Euro belaufen.
Gegenüber der Vorgängerklasse stellt die Klasse 424 einen signifikanten technologischen Sprung dar. Neben fortschrittlichen elektronischen, hydroakustischen und elektro-optischen Sensoren kommen moderne Verfahren wie Künstliche Intelligenz (KI) und Big-Data-Analysen zum Einsatz. Davon verspricht sich die Bundeswehr, große Datenmengen nahezu in Echtzeit auszuwerten und zielgerichtet militärisch relevante Erkenntnisse für das Gesamtlagebild zu extrahieren.
Der Betrieb erfolgt in Kooperation zwischen der Marine und der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum (CIR). Während die Stammbesatzung Navigation, Schiffsbetrieb und hydroakustische Aufklärung verantwortet, werten Spezialisten des CIR das elektromagnetische Spektrum aus.





