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StartVerteidigungNorthrop Grumman baut seine Präsenz in Osteuropa aus

Northrop Grumman baut seine Präsenz in Osteuropa aus

Der US-Rüstungskonzern Northrop Grumman nutzte den Rahmen der Rüstungsmesse MSPO im polnischen Kielce, um seine Geschäftsbeziehungen in Polen und Estland auszubauen. Dabei stehen die vernetzte Luftverteidigung, die Munitions- und Waffenproduktion sowie die luftgestützte Aufklärung im Bündnisgebiet besonders im Fokus.

Konkret plant das Unternehmen, seine Führungs- und Gefechtssoftware, das „Integrated Battle Command System (IBCS)“, auch in Estland auszurollen. Dafür unterzeichnete das US-Unternehmen jeweils eine Absichtserklärung (MoU) mit den estnischen Konzernen Go Craft und DefSecIntel. Dabei soll Go Craft künftig Aufgaben im Bereich der Systemintegration für Militärfahrzeuge und Führungsplattformen übernehmen. DefSecIntel ist hingegen für die Fertigung spezialisierter Mast- und Trägersysteme zur mobilen Bereitstellung von IBCS-Komponenten zuständig. Langfristiges Ziel der MoUs ist, IBCS nachhaltig als Standard für die vernetzte Gefechtsführung (Multi-Domain Command and Control) innerhalb der europäischen NATO-Staaten zu etablieren. IBCS führt Sensorsignale und Effektoren unterschiedlicher Hersteller in einem gemeinsamen Netzwerk zusammen. In dieser Funktion ist es bereits in Polen im Einsatz. Das osteuropäische Land hatte das System bereits 2018 im Rahmen seines Luftverteidigungsprogramms „Wisła“ geordert. Die Gefechtsfähigkeit erklärte Warschau offiziell fünf Jahre später. Damit nimmt das Land eine Vorreiterrolle in der europäischen NATO-Luftverteidigung ein.

Ausbau der industriellen Zusammenarbeit

Darüber hinaus bemüht sich Northrop Grumman auch in der Dimension Land, die regionale Wertschöpfungskette auszubauen. So intensivieren die US-Amerikaner die bestehende Zusammenarbeit mit dem polnischen Unternehmen Huta Stalowa Wola (HSW). Gegenstand der polnisch-US-amerikanischen Kooperation sind die Maschinenkanonen der Bushmaster-Familie. Sie dienen als Hauptbewaffnung der polnischen Radpanzer Rosomak sowie der neuen Schützenpanzer Borsuk (jeweils integriert im unbemannten Turmsystem ZSSW-30). Auf Basis der bestehenden Zusammenarbeit streben beide Unternehmen einen umfassenden Technologietransfer sowie die Einrichtung lokaler Wartungs- und Produktionskapazitäten an.

Für den Bereich der weiträumigen Luft- und Seeüberwachung befindet sich Northrop Grumman zudem in fortgeschrittenen Gesprächen mit den polnischen Streitkräften. Gegenstand der Verhandlungen ist das Frühwarn- und Führungsflugzeug E-2D Advanced Hawkeye. Neben einer möglichen Beschaffung stehen hierbei auch Ausbildungs- und Wartungspakete sowie eine Beteiligung der heimischen Industrie im Raum. Des Weiteren ist Northrop Grumman bestrebt, das Nahbereichs-Abwehrsystem Raid Hunter auch auf dem alten Kontinent zu platzieren. Dabei ist Raid Hunter auch in seinem Heimatland noch nicht etabliert. Erst im August stellte der Konzern das System in den USA der Öffentlichkeit vor. Konkret handelt es sich bei Raid Hunter um ein Abwehrsystem auf Basis einer 50-mm-Kanone mit kurskorrigierender Munition. Primärer Einsatzzweck ist es, Drohnenschwärme und Marschflugkörper kosteneffizient abzuwehren. Damit soll es in Ergänzung zu hochpreisigen Lenkwaffensystemen wirken.

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