Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung hat den Wärmeplan der Metropole am Main beschlossen. Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt, Stadtsauberkeit, Frauen, Diversität und Migration, betonte, dass die Wärmeplanung Orientierung für die Entscheidungen von morgen biete.
Dabei sei es wichtig zu betonen, dass durch die Wärmeplanung keine Vorgaben für einzelne Gebäude entstünden. Die Zuteilung zu einem Planungsgebiet bedeute also weder die Pflicht, eine bestimmte Heizung einzubauen, noch schaffe sie einen Anspruch auf eine bestimmte Versorgung. Sie solle lediglich als Orientierungshilfe fungieren, wenn es um eine Sanierung oder die Wärmeversorgung gehe. „Wer heute oder in den nächsten Jahren über eine neue Heizung, eine Sanierung oder größere Investitionen entscheidet, soll besser einschätzen können, welche Lösungen langfristig sinnvoll sind“, erklärte Zapf-Rodríguez.
Ein kluger Mix
Zukünftig möchte die Stadt auf eine Reihe unterschiedlicher klimafreundlicher Wärmequellen setzen. Dazu gehören Umgebungsluft, Abwärme aus Rechenzentren und Industrie, Wärme aus Klärwasser und Geothermie. Denn mit einer einzelnen Technik könne die Wärmewende nicht gelingen, konstatierte Zapf-Rodríguez. Vielmehr brauche es einen klugen Mix aus Netzen, erneuerbaren Wärmequellen, Wärmepumpen und deutlich effizienteren Gebäuden.
Aus diesem Grund seien auch viele unterschiedliche Faktoren in die Wärmeplanung eingeflossen, berichtet Marc Gasper, stellvertretender Leiter des Klimareferats: „Wie hoch sind die Wärmeverbräuche in den Quartieren? Wie sieht der Gebäudebestand aus? Welche Netze gibt es bereits? Und welche Wärmequellen können genutzt werden?“ Damit nannte er beispielhaft einige Betrachtungspunkte.
Ebenfalls sei eine Vielzahl an Stakeholdern in die Erarbeitung des Plans eingebunden worden. Neben einer ämterübergreifenden Arbeitsgruppe waren im Rahmen von Stakeholder-Workshops außerdem verschiedene Verbände, lokale Initiativen, die Wohnungswirtschaft, Mieterinnen- und Mietervertretungen, Ortsbeiräte, Expertinnen und Experten sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger beteiligt.
Energiewendeviertel
„Der Wärmeplan ist kein Schlussstrich, sondern der Startpunkt für die Umsetzung“, sagte Zapf-Rodríguez. „Dafür müssen wir jetzt konkrete Projekte auf den Weg bringen. Gemeinsam mit Energieversorgern, Wohnungswirtschaft, Unternehmen, Handwerk, Verwaltung und Stadtgesellschaft.“
Dazu bündelt die Stadt die Umsetzung in Handlungsfelder. Dazu gehören der Ausbau und die Digitalisierung des Stromnetzes, die Erweiterung und Dekarbonisierung der Fernwärme, die geordnete Transformation des Gasnetzes, Energiewendeviertel, eine höhere Sanierungsrate, schnellere Verfahren, Finanzierung und Sozialverträglichkeit, Controlling sowie Kommunikation und Beteiligung.
Räumlich definierte sogenannte Energiewendeviertel spielen dabei eine wichtige Rolle. Dort werden der Ausbau der notwendigen Netze und Maßnahmen zur Klimaanpassung möglichst gemeinsam geplant und zeitlich aufeinander abgestimmt. „Wir wollen vermeiden, dass jede Infrastruktur für sich geplant wird und Straßen mehrfach aufgerissen werden“, sagte Gasper.





