- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
StartSicherheitJeder Dritte wurde Opfer

Jeder Dritte wurde Opfer

Kriminalität verlagert sich in den digitalen Raum. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Doch das Ausmaß wird nur langsam ersichtlich. Nach der neuen Dunkelfeldstudie des niedersächsischen Landeskriminalamtes (LKA) wurde im Zeitraum eines Jahres jeder fünfte Befragte Opfer im digitalen Raum. Die allgemeine Opferwerdung blieb auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr.

An der repräsentativen Studie beteiligten sich rund 16.900 Bürgerinnen und Bürger aus Niedersachsen. Nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums zählt diese Befragung zu den größten Sicherheitsbefragungen auf Landesebene in Deutschland. Konkret gaben 19,9 Prozent der Befragten an, innerhalb eines Jahres Opfer einer Straftat mit computerbezogener Kriminalität geworden zu sein.

36,3 Prozent wurden Opfer mindestens einer Straftat im Jahr 2024, das ist der höchste jemals erreichte Wert. In der vergangenen Befragung waren es noch 35 Prozent. Männer werden mit 37,3 Prozent häufiger Opfer einer Straftat als Frauen (35,3 Prozent). Ausnahmen bilden lediglich Gewaltdelikte im Rahmen von (Ex-)Partnerschaften und Sexualdelikte, bei denen Frauen signifikant häufiger Opfer werden als Männer. Zudem nimmt die Wahrscheinlichkeit, Opfer zu werden, mit dem Alter ab. Während mehr als die Hälfte (jeweils 50,4 Prozent) der Personen unter 21 Jahren sowie derer zwischen 21 und 34 Jahren Opfer mindestens einer Straftat wurden, sind es bei den über 80-Jährigen nur 16,3 Prozent.

Je größer der Ort, desto großer das Risiko

Menschen mit Migrationshintergrund wurden im Jahr 2024 wie auch in der Vergangenheit signifikant häufiger Opfer von Straftaten als Menschen, die keinen Migrationshintergrund haben. Während 40,7 Prozent der befragten Personen mit Migrationshintergrund angeben, Opfer einer Straftat geworden zu sein, sind es bei Personen ohne Migrationshintergrund nur 35,5 Prozent. Je größer der Wohnort ist, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden. Während bei einem Wohnort mit weniger als 20.000 Einwohnern nur knapp ein Drittel Opfer einer Straftat wurden, sind es bei Wohnorten mit mehr als 100.000 Einwohnern 43,5 Prozent. Nur 22,0 Prozent der Straftaten wurden jedoch angezeigt, ein signifikanter Rückgang auf die niedrigste Quote. Nichtsdestotrotz bewerten die Befragten die allgemeine Arbeit der Polizei positiv und bringen der Polizei und dem Rechtsstaat Vertrauen entgegen. Andererseits nehmen Unsicherheitsgefühl und Kriminalitätsfurcht gegenüber der zurückliegenden Befragung zu. Dabei wird die höchste Unsicherheit nachts im ÖPNV wahrgenommen. Aktuell fühlen sich nachts fast 60 Prozent in Fahrzeugen des Personennahverkehrs und ca. 65 Prozent an Haltestellen unsicher.

„Die Ergebnisse der aktuellen Dunkelfeldstudie zeigen einerseits, dass die Bürgerinnen und Bürger unserer Polizei weiterhin großes Vertrauen entgegenbringen. Das ist ein sehr positives Ergebnis. Dieses stützt unsere Beamtinnen und Beamten in ihrer täglichen Arbeit in diesen herausfordernden Zeiten. Andererseits macht die Dunkelfeldstudie deutlich, woran wir intensiv weiterarbeiten müssen: Im Fokus stehen dabei insbesondere die Bekämpfung digitaler Kriminalität, der Opferschutz, das Sicherheitsempfinden im öffentlichen Raum und die Prävention sexualisierter Gewalt“, ordnete Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) die Ergebnisse ein.

Niedersachsens LKA-Präsident, Thorsten Massinger, ergänzte: „Sicherheit entsteht durch wirksame Polizeiarbeit, einen starken Rechtsstaat und eine informierte Öffentlichkeit. Deshalb investiert und optimiert die Polizei Niedersachsen auch in Zukunft weiter insbesondere in den Themenfeldern Prävention, Opferschutz, digitale Polizeiarbeit und Bekämpfung von Cyberkriminalität. Denn objektive Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Menschen gehören untrennbar zusammen.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein