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StartStaat & RathausKeine Reformen ohne Ressourcen

Keine Reformen ohne Ressourcen

Zu wenig Personal für zu viele Aufgaben – auf diesen Satz lässt sich das Ergebnis des Jobcenter-Reports der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zusammenfassen. Fast 85 Prozent der rund 6.800 Befragten sind überlastet. Die Gewerkschaft stellt daher vier zentrale Forderungen für die Beschäftigten auf.

Die Belastung in den Jobcentern ist seit Jahren hoch. Doch so deutlich wie im aktuellen Report war sie noch nie. Fast 91 Prozent der Beschäftigten in der Leistungsgewährung, über 80 Prozent in der Arbeitsvermittlung und rund 79 Prozent der Mitarbeitenden in den Eingangszonen der Jobcenter empfinden die derzeitige Arbeitsbelastung als hoch oder sehr hoch. Dabei spielen weder die Größe des Jobcenters noch die alleinige Trägerschaft durch die Bundesagentur für Arbeit oder in den Optionskommunen durch Bund und Kommunen eine Rolle.

Das drückt sich auch in den Überstunden aus. 49 Prozent geben an, mehrmals die Woche länger zu arbeiten, für fast 17 Prozent gehört die Mehrarbeit zum täglichen Ablauf. Während 56 Prozent angeben, pro Woche ein bis zwei Überstunden zu leisten, beläuft sich die Zahl bei 31,3 Prozent auf drei bis fünf Stunden. Für eine kleine Gruppe von etwa 3,4 Prozent sind es mehr als fünf Stunden. Auch hier steht der Bereich Leistungsgewährung an erster Stelle. Entsprechend berichten rund 57,2 Prozent von kurz- oder langfristigen gesundheitlichen Folgen.

Hauptursache sind nach Meinung der Befragten zu hohe Fallzahlen bei zu wenig Personal (74,5 Prozent), ständige Umstellungen und Reformdruck (72,8 Prozent) sowie ein hoher Krankenstand und die Vertretung von Kolleginnen und Kollegen (66,9 Prozent). Zudem berichten 59 Prozent der Mitarbeitenden bereits Gewalt oder Übergriffe erlebt zu haben.

Für die Gewerkschaft ergeben sich daraus vier zentrale Handlungsansätze: Erstens: Die Anwendung einer aufgabenbezogenen Personalbedarfsermittlung, die den tatsächlichen Arbeitsaufwand abbildet. Zweitens: Eine an realen Anforderungen orientierte Finanzierung durch Bund und Kommunen. Drittens: Verbindliche Standards für den Arbeits- und Gesundheitsschutz, einschließlich Deeskalationstraining und Nachsorge. Und letztlich sollen politische Entscheidungen getroffen werden, die in der Praxis auch umsetzbar sind und mit den notwendigen Ressourcen unterlegt werden.

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