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StartVerteidigungSaab und Bombadier ersetzen die E-3A Sentry

Saab und Bombadier ersetzen die E-3A Sentry

Eigentlich galt es bereits als gesetzt, dass der US-Hersteller Boeing die neuen Airborne Early Warning and Control System (AWACS)-Aufklärungsflugzeuge für die NATO bauen darf.

Laut Medieninformationen sollen die in Deutschland stationierten Flugzeuge nun aber durch Systeme des kanadischen Herstellers Bombardier ersetzt werden, die mit dem Aufklärungs- und Frühwarnsystem GlobalEye des schwedischen Rüstungskonzerns Saab ausgerüstet sind. Die Bestellung soll bis zu zwölf Flugzeuge des Typs Global 6000 oder Global 6500 im Wert von mehreren Milliarden Euro umfassen.

Überraschend kommt diese Entscheidung nicht. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kündigte bereits im September vergangenen Jahres an, dass nach der geplanten Ausmusterung der Aufklärungsflugzeuge vom Typ AWACS für Deutschland auch das GlobalEye-System von Saab in Betracht komme.

Die USA zogen zuerst die Reißleine

Die NATO betreibt derzeit rund 14 E-3A-Flugzeuge. Diese basieren noch auf der in die Jahre gekommenen Boeing 707. Spätestens im Jahr 2035 werden diese ausgemustert. Bis dahin braucht es eine Nachfolge.
Die NATO entschied sich 2023 zunächst für die Boeing E-7A Wedgetail, um die 707 zu ersetzen. Das gleiche Ziel verfolgten die USA mit ihrem nationalen Projekt zum Ersatz der AWACS-Flugzeuge. Die US Air Force plante die E-7 als zentrale Plattform für das Airborne Early Warning (AEW). Allerdings kündigte das Pentagon Ende Juni 2025 an, das heimische „Wedgetail“-Programm einzustellen. Der Grund: explodierende Kosten und Bedenken hinsichtlich der Überlebensfähigkeit. Stattdessen setzt das US-amerikanische Verteidigungsministerium (DoD) auf unbemannte Fähigkeiten (UAV) sowie auf weitere E-2D „Advanced Hawkeye“-AEW&C-Systeme. Insbesondere sollen jedoch Fähigkeiten im Weltraum künftig die Luftlageüberwachung unterstützen.

Der Rückzug des größten Geldgebers aus dem Programm hinterließ auch in Europa Spuren. „Der Rückzug der USA zeigt, wie wichtig es ist, so viel wie möglich in die europäische Industrie zu investieren“, kommentierte der niederländische Staatssekretär im Verteidigungsministerium Gijs Tuinman, nachdem das Ausscheiden der USA publik wurde. Offenbar wurden die geforderten europäischen Fähigkeiten mit der Kombination aus Bombardier-Plattform und dem schwedischen Saab-System GlobalEye gefunden. GlobalEye kombiniert elektro-optische/infrarote Sensoren, maritime Überwachungssysteme (AIS, ISAR) und elektronische Aufklärungssysteme. Kernstück bleibt dabei das Erieye Extended Range (ER) AESA-Radar. Das System kann auf Distanzen von bis zu 650 Kilometern aufklären. Die Plattform, auf der die Sensorik installiert ist – ein Flugzeug des Typs Global 6000/6500 – erlaubt Flugzeiten von mehr als zwölf Stunden. Darüber hinaus ist der Flugzeugtyp in der Lage, auf kleinen und dezentralen Flugplätzen zu landen.

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