Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS hat seinen angekündigten Börsengang in Paris und Frankfurt am Main überraschend verschoben. Als Grund für den Sinneswandel nannte das Unternehmen hinter dem Kampfpanzer Leopard die Volatilität des europäischen Verteidigungsmarktes.
In den vergangenen Wochen mussten eine Reihe börsennotierter Rüstungskonzerne deutliche Wertverluste ihrer Handelspapiere hinnehmen. Der deutsche Rüstungsprimus Rheinmetall ist dafür das beste Beispiel.
Eigentlich wollte KNDS noch vor der Mitte Juli beginnenden Sommerpause den Schritt an die Börsen in Paris und Frankfurt vollziehen. Nach der Verzögerung dürfte sich die nächste Gelegenheit dafür frühestens im September bieten. Wann genau KNDS den Börsengang umzusetzen plant, geht aus den Mitteilungen des Unternehmens nicht hervor. Die Pressemitteilung erschöpft sich in der Floskel „sobald die Marktbedingungen dies zulassen“. Laut Medienberichten tat sich die Eigentümerfamilie schwer, Investoren von der angestrebten Unternehmensbewertung von mehr als zwölf Milliarden Euro zu überzeugen. Ende Juni hatte KNDS angekündigt, die Aktien des Herstellers des Kampfpanzers Leopard 2 und der Panzerhaubitze 2000 im Rahmen einer Doppelnotierung an den Börsen in Frankfurt und Paris platzieren zu wollen.
Die deutsche Bundesregierung will trotz der Verzögerungen bei dem deutsch-französischen Unternehmen einsteigen. „Die Bundesregierung respektiert die Entscheidung des Unternehmens, den Börsengang zu pausieren“, heißt es aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Der Börsengang ist auch eine politische Frage der Eigentümerstruktur des deutsch-französischen Konzerns. Gegenwärtig liegt der Rüstungskonzern jeweils zur Hälfte in der Hand des französischen Staates und der deutschen Eigentümerfamilie Wegmann. Im Zuge des geplanten Börsengangs sollte der französische Anteil auf 40 Prozent sinken, während der Bund einen ebenso großen Anteil von der Familie Wegmann übernehmen sollte. Die verbleibenden 20 Prozent sollten auf dem Aktienmarkt gehandelt werden.



