An der zehnten Ausgabe des European Land Robot Trial (ELROB) auf dem Schweizer Waffenplatz Thun nahmen in diesem Jahr 21 internationale Teams aus Europa, den USA und Kanada teil. Das ist Rekord.
Seit 2006 organisiert das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) den ELROB mit dem Ziel, unbemannte Bodensysteme (UGVs) in verschiedenen militärischen Szenarien unter realitätsnahen Bedingungen zu testen. Dabei legte das FKIE in der diesjährigen Ausgabe besonderen Fokus auf die Themen Navigation und Autonomie. Neben dem Fraunhofer-Institut beteiligten sich das Amt für Heeresentwicklung (AHEntwg), das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) sowie die NATO Research Task Group (RTG) 206 an der Durchführung.
Konkret stellten sich die Teams mit ihren unbemannten Systemen fünf Disziplinen. Dazu zählten Aufklärung, das Fahren im Konvoi und der begleitende Transport. Für die Bewertung der Leistungen zeichnete eine internationale Jury unter der Leitung von Prof. Dr. Henrik I. Christensen verantwortlich. Dieser Jury bot sich ein gemischtes Bild. Zwar zeigten die Teilnehmenden insgesamt substanzielle Fortschritte bei der grundlegenden Automatisierung, der Navigation und der Detektion, die gestellten Anforderungen vollständig zu erfüllen, gelang trotzdem keinem einzigen System. Gerade beim Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) seien die Systeme „noch nicht in einem fronttauglichen Stadium“, betonte ELROB-Initiator Dr. Frank Schneider, stellvertretender Leiter der FKIE-Abteilung „Kognitive Mobile Systeme“.
Obwohl kein System vollends überzeugen konnte, zeigten die Teams in den einzelnen Disziplinen dennoch herausragende Leistungen. In der Kategorie Transport – Convoying setzte sich das Team InterRoC durch. Die Auszeichnung für Search & Rescue (SAR) / CasEvac ging an das Team Telerob, während das Team ELP & Roboverse die Kategorie Non-Urban Reconnaissance für sich entschied. Im Bereich Transport – Mule überzeugte das Team Diehl Defence Ziesel. Den Preis für die beste wissenschaftliche Innovation erhielt das Team RSL. Für die beste Teamleistung wurde erneut das Team ELP & Roboverse ausgezeichnet.




