Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat die Eckpunkte für den Haushalt 2027 beschlossen. Darin ist ein zweites Besoldungspakt für Schulleitungen und Lehrkräfte enthalten. Erste Reaktionen sind positiv.
Vier Millionen Euro will die Landesregierung im nächsten Jahr mit dem Besoldungspakt mehr für den Bildungsbereich ausgeben. Ab 2028 steigen die jährlichen Ausgaben auf rund zehn Millionen Euro. „Mit dem zweiten Besoldungspaket für Schulen stärken wir gezielt Schulleitungen und Lehrkräfte, die besondere Verantwortung übernehmen oder den Lehrkräftenachwuchs ausbilden“, unterstreicht Finanzminister Dr. Marcus Optendrenk. Im Kern geht es um Höhergruppierungen in der Besoldungstabelle und neue Stellen.
So erhalten Rektorinnen und Rektoren an Grund- und Hauptschulen mit mehr als 360 Schülerinnen und Schülern künftig 250 Euro mehr im Monat. Dazu wird die Besoldung von A 14 auf A 14 mit Amtszulage (A 14 Z) angehoben. Zugleich steigt die Besoldung von Konrektorinnen und Konrektoren an diesen Schulen von A 13 Z auf A 14.
Auch Lehrkräfte, die sich in der Ausbildung engagieren, bekommen mehr Geld. Das Land will die Stellenzulage für Fachleitungen in den Lehrämtern an Grund-, Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen sowie für sonderpädagogische Förderung erhöhen. Dazu wird die Stellenzulage auf monatlich 350 Euro mehr als verdoppelt.
Zugleich werden neue Stellen für Konrektoren an Schulen geschaffen. An Grund-, Haupt- und Realschulen mit mehr als 480 Schulkindern wird eine zweite Stelle eingerichtet. Bislang gab es diese erst bei Schulen mit mehr als 540 Kindern. Ebenfalls erhalten Förderschulen, je nach Schülerzahl und Förderschwerpunkt, eine zweite Konrektorenstelle als zusätzliche Unterstützung. Darüber hinaus werden an kleinen Förderschulen mit bis zu 60 Schülerinnen und Schülern je eine Stelle für eine stellvertretende Schulleitung geschaffen. Letztere werden künftig nach der Besoldungsgruppe A 13 Z besoldet.
„Die Landesregierung arbeitet weiter konsequent daran, zusätzliches Personal für die nordrhein-westfälischen Schulen zu gewinnen“, sagt Bildungsministerin Dorothee Feller. Schulleitungen und Lehrkräfte verdienten mit ihrer täglichen Arbeit Dank und Wertschätzung. Und dies drücke sich eben auch in der Bezahlung aus. Dies ist jetzt der zweite Schritt, nachdem alle Lehrkräfte vor vier Jahren in die Besoldungsgruppe A13 eingestuft wurden.
Roland Staude, erster Vorsitzender des DBB NRW begrüßt die Entscheidung: „Die leistungsorientierte Ausrichtung des Zulagen- und Vergütungswesens für zusätzliches Engagement und die Übernahme von Verantwortung und Zusatzaufgaben durch das Lehrpersonal ist ein erster Schritt auf dem Weg zu einer modernen und gerechten Besoldungsstruktur.“
Mit beiden Paketen habe die Landesregierung ein gutes Paket für eine Attraktivierung des Öffentlichen Dienstes geschnürt, um die Zahl der bisher 20.000 unbesetzten Stellen im Bildungsbereich wirksam reduzieren zu können. Zugleich mahnte der Gewerkschaftsvorsitzende, dass der Fokus prioritär auf die anstehende Reform der Besoldungsstruktur gelegt werden solle, um den Öffentlichen Dienst als Ganzes in die Zeit zu stellen.
Über das Vorhaben muss der Düsseldorfer Landtag im Rahmen der Haushaltsberatungen 2027 noch entscheiden. Anschließend ist das Landesbesoldungsgesetz zu ändern, so dass die neuen Regelungen ab dem zweiten Schulhalbjahr 2026/2027 in Kraft treten könnten.




