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StartVerteidigungMilliarden Investition in britische KI-Fähigkeiten

Milliarden Investition in britische KI-Fähigkeiten

Das britische Verteidigungsministerium (MoD) investiert rund zwei Milliarden britische Pfund (2,35 Milliarden Euro) über einen Zeitraum von 15 Jahren, um die British Army in großem Stil mit Künstlicher Intelligenz (KI), hochentwickelter Datenanalytik und immersiven virtuellen Umgebungen auszustatten.

Kern des Programms ist das sogenannte „Combat Laboratory“. Dabei handelt es sich um eine digitale Plattform, die mithilfe virtueller Umgebungen und KI-Gefechtsszenarien simulieren soll. Das Laboratory setzt dabei auf Simulationen, die reale Systeme und Datenanalysen verknüpfen, um militärische Operationen zu bewerten, Muster zu erkennen und die Leistungsfähigkeit von Einheiten zu analysieren.
Darüber hinaus sollen Daten und KI die Entscheidungsprozesse auf allen Führungsebenen verbessern. Bis zu 60.000 Soldatinnen und Soldaten sollen laut Verteidigungsminister Dan Jarvis auf dieser Plattform geschult werden.

„Angesichts des rasanten Wandels und der technologischen Entwicklungen, die wir in der Ukraine und anderswo beobachten, ist es wirklich wichtig, dass unsere Soldatinnen und Soldaten so ausgebildet sind, dass sie die Ausrüstung einsetzen können, die sie benötigen, um auf dem Gefechtsfeld erfolgreich zu sein“, erklärte der Verteidigungsminister.

Britische Entwicklung mit deutschem Einschlag

Jarvis gab die Vertragsvergabe im Rahmen eines Truppenbesuchs auf dem militärischen Übungsgelände Salisbury Plain in Wiltshire bekannt. Begünstigt ist das Omnia Training Konsortium. Dabei handelt es sich um einen industriellen Zusammenschluss unter der Führung von Raytheon UK. Darüber hinaus sind Capita, Cervus, Rheinmetall UK und Skyral an der Entwicklung beteiligt. Auffällig ist dabei insbesondere die Beteiligung des deutschen Rüstungsprimus. Die Düsseldorfer erhalten laut Medienberichten etwa die Hälfte der von der Downing Street bereitgestellten Mittel. Dem von der britischen Regierung kommunizierten Anspruch, eine souveräne Entwicklung zu gestalten, steht dies diametral entgegen.

Die Beauftragung ist im übergeordneten Army’s Collective Training Transformation Programme (CTTP) gefasst. Dort firmiert sie unter der Bezeichnung „Army’s Collective Training Service“ (ACTS). Neben dem industriellen Anteil sind wissenschaftliche Institutionen an der Umsetzung beteiligt. Das lokale Wiltshire College und die Universität Staffordshire werden im Rahmen des Projekts insgesamt 100 Lehr- und Ausbildungsmaßnahmen aufsetzen. Dazu zählen unter anderem datengestützte Modellierung, mathematische Simulation und internationales Projektmanagement.

Abgesehen von den Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen, verspricht sich die Downing Street vom Omnia-Projekt 270 neue Arbeitsplätzen in Bereichen wie Software-Engineering, KI-Architektur, Cloud-Computing und Datenanalyse zu schaffen. Zum Teil sind diese Stellen allerdings an den Militärstandort Warminster gebunden und richten sich explizit an Veteraninnen und Veteranen. Für eine Bewerbung ist vordienstliche Einsatzerfahrung teilweise Voraussetzung.

Internationale KI-Bemühungen

Der Anspruch, KI in der militärischen Ausbildung zu etablieren, ist nicht auf Großbritannien beschränkt. So richtete das US-Verteidigungsministerium zwei BRAVO AI Battle Labs beim U.S. European Command (EUCOM) und beim U.S. Indo-Pacific Command (INDOPACOM) ein. Die Labore sollen operative Daten aus den Einsatzgebieten schneller auswerten und Erkenntnisse für militärische Anwendungen nutzbar machen.

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