Fast 20 Millionen Euro erbeutet

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Bei der Sprengung von Geldautomaten hierzulande wurden im vergangenen Jahr fast 20 Millionen Euro erbeutet. Foto: BS/Sebastian Ganso, pixabay.com)

Im vergangenen Jahr haben die deutschen Polizeibehörden 392 versuchte und vollendete Geldautomatensprengungen in Deutschland registriert. Das waren etwas weniger als 2020 (414 Fälle; minus 5,3 Prozent). Allerdings hat sich zugleich die erlangte Beutesumme um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 19,5 Millionen Euro erhöht (2020: 17,1 Millionen Euro).

Das geht es aus dem “Bundeslagebild Angriffe auf Geldautomaten” hervor, das das Bundeskriminalamt (BKA) kürzlich veröffentlicht hat. Der Bundesoberbehörde wurden für das Jahr 2021 insgesamt 124 Tatverdächtige im Zusammenhang mit Geldautomatensprengungen bekannt (2020: 168 Tatverdächtige). Bei 75 Tatverdächtigen handelte es sich um reisende Täter, von denen 73 ihren Lebensmittelpunkt in den Niederlanden hatten. Insgesamt besaß die Mehrheit der ermittelten Tatverdächtigen (50,8 Prozent) die niederländische Staatsangehörigkeit. Der leichte Rückgang der Fallzahlen sowie der Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen ist mit großer Wahrscheinlichkeit auf pandemiebedingte nächtliche Ausgangssperren in den Niederlanden und Deutschland im ersten Halbjahr 2021 zurückzuführen.

Trotz des Rückgangs der Gesamtfallzahlen stieg in 2021 die Anzahl an Geldautomatensprengungen, bei denen die Täter Bargeld erbeuteten, deutlich von 158 im Jahr 2020 auf 189 im Jahr 2021 an (plus 19,6 Prozent). Wie bereits in den Jahren zuvor überstiegen die durch Geldautomaten verursachten Sachschäden die Beuteschäden in Teilen deutlich. Das liegt daran, dass die Täter immer häufiger feste Explosivstoffe nutzen. Davon wurden 250 Fälle registriert, eine Zunahme um 125 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ein deutlicher Rückgang wurde hingegen in dem Phänomenbereich Skimming verzeichnet. Hier gingen die polizeilich registrierten Taten von 152 in 2020 auf 137 in 2021 zurück. Damit wurde ein neuer Tiefstwert erreicht. Ebenfalls rückläufig war auch der durch Skimming-Angriffe verursachte Gesamtschaden. Leicht angestiegen sind hingegen die Fallzahlen im Bereich der logischen Systemangriffe auf Geldautomaten beziehungsweise Geldautomatennetzwerke. Mit 21 polizeilich registrierten Taten bleiben die absoluten Zahlen aber weiter gering.

Zur Bekämpfung von Geldautomatensprengungen wurde insbesondere die Zusammenarbeit zwischen den deutschen und den niederländischen Strafverfolgungsbehörden intensiviert. Es finden regelmäßig Arbeitstreffen sowie koordinierte, gemeinsame Einsatzmaßnahmen, auch unter Einbeziehung europäischer Partner, statt. Gleichzeitig gibt es auf Bundes- und Landesebene verschiedene Initiativen, die gemeinsam mit den Geldautomatenbetreibern auf verstärkte Präventionsmaßnahmen in Deutschland hinwirken.

Das komplette Lagebild findet sich hier.

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