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StartVerteidigungMGCS trifft der FCAS-Fluch

MGCS trifft der FCAS-Fluch

Nachdem das deutsch-französische Kampfjetprojekt der sechsten Generation, Future Combat Air System (FCAS), spektakulär scheiterte, verabredeten der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beim traditionellen Deutsch-Französischen Ministerrat, die Rüstungskooperation zwischen den zwei größten Nationen der EU zu vertiefen.

Für das zweite große deutsch-französische Rüstungsprojekt neben FCAS, dem Main Ground Combat System (MGCS) – ein binationales Kampfpanzerprojekt –, brachte der Gipfel allerdings keine guten Nachrichten. Statt gemeinsam einen Kampfpanzer zu bauen, beschränkt sich die deutsch-französische Achse darauf, „plattformunabhängig Technologie für zukünftige bemannte und unbemannte gepanzerte Plattformen und deren vernetztes Zusammenwirken mit Kampfpanzern“ zu entwickeln, heißt es aus dem Verteidigungsministerium (BMVg). Das Ziel, gemeinsam einen Kampfpanzer der nächsten Generation aufzusetzen, ist damit begraben.

Ganz überraschend kommt das Aus allerdings nicht. Bereits einen Tag vor dem Gipfel erklärte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei einem Besuch des deutsch-niederländischen Panzerbataillons 414 in Lohheide, dass zur Debatte stehe, ob die Bundesrepublik mit ihren französischen Partnern wirklich eine gemeinsame Plattform oder doch nur Vernetzung und Technologie entwickeln wolle.

Ein langsamer Tod

Erste Pläne zwischen Deutschland und Frankreich, gemeinsam ein Nachfolgesystem für die Kampfpanzer Leopard 2 und Leclerc zu entwickeln, bestehen bereits seit 2012. Bis sich beide Staaten auf Regierungsebene auf die Projektgründung von MGCS einigen konnten, mussten allerdings noch fünf Jahre verstreichen. Ein Jahr später, im Juli 2018, unterzeichneten die damaligen Verteidigungsminister Ursula von der Leyen und Florence Parly einen Letter of Intent. Mit der Ausgründung der Arbeitsgemeinschaft zwischen Rheinmetall und den damals noch als zwei Unternehmen agierenden KMW und Nexter Systems setzte die Industrie den Rahmen für die Umsetzung. Wirklich Schwung in das Projekt kam allerdings erst vier Jahre später.

2024 konnten sich alle Parteien auf die industrielle Arbeitsteilung und die Gestaltung der Phase 1A einigen. Sie gliedert sich in acht Technologiesäulen. Die Gründung der MGCS Project Company GmbH (MPC) in Köln durch KNDS Deutschland, KNDS France, Rheinmetall Landsysteme und Thales erfolgte ein Jahr später. Als Hauptauftragnehmer sollte sie für die Umsetzung des Projekts verantwortlich zeichnen. Wie mit der MPC nach der Abkehr vom gemeinsamen Panzerprojekt verfahren wird, ist noch nicht öffentlich bekannt.

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