Bundesweite Kartierung über die Gefahren durch Starkregen gestartet

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Für Nordrhein-Westfalen existiert bereits eine interaktive Hinweiskarte (Foto). (Foto: BS/BKG)

Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) arbeitet gemeinsam mit Fachbehörden aus Bund und Ländern an einer deutschlandweiten Hinweiskarte zu Starkregengefahren. Zu Jahresbeginn hat das BKG dafür mehrere Projekte auf den Weg gebracht.

Nach einer ersten Kartierung des Landes Nordrhein-Westfalen sollen mit den jetzt gestarteten Projekten zehn weitere Bundesländer kartiert werden. Die Arbeiten sollen bis Jahresende abgeschlossen sein. Dann liegt für die gesamte Fläche Nord- und Ostdeutschlands sowie Nordrhein-Westfalens eine lückenlose und einheitliche Hinweiskarte vor. Es ist geplant, die restlichen Gebiete von fünf Bundesländern bis Ende 2025 zu kartieren.

Dies ist sehr wichtig. Denn Starkregen-Ereignisse haben durch den Klimawandel signifikant zugenommen. Die bei solch einem Ereignis auftretenden Niederschlagsmengen können in kürzester Zeit so hoch ausfallen, dass es auch abseits von Gewässern zu massiven Überflutungen kommt. Die vom BKG für ganz Deutschland geplante „Hinweiskarte Starkregengefahren“ zeigt Simulationsergebnisse zu möglichen Überflutungsszenarien, insbesondere Überflutungstiefen und Strömungsgeschwindigkeiten. Dadurch lassen sich durch Starkregen gefährdete Bereiche besser identifizieren.

Als Grundlagendaten dienen viele verschiedene Geodaten des Bundes und der Länder, insbesondere ein sehr hochaufgelöstes digitales Geländemodell sowie Daten zur Flächennutzung, wie beispielsweise der Versiegelung oder der Bebauung. Zudem gehen die langjährig gesammelten und ausgewerteten Niederschlagsdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in die Berechnungen des BKG ein. Spätestens zu Beginn des kommenden Jahres werden die Ergebnisse als interaktive Webkarten zur Verfügung gestellt. Auch ein Download der Daten ist vorgesehen.

Als erste Teilregion einer bundesweiten Hinweiskarte steht Nordrhein-Westfalen seit Oktober 2021 als interaktive Webkarte im frei zugänglichen Geoportal des Bundes und der Länder bereit. Sobald die Einzelprojekte abgeschlossen sind, werden die Flächen von Berlin, Bremen, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen ebenfalls kartiert sein.

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