Nach LibreOffice, Open-Xchange, Nextcloud, Nubus und dem beginnenden Wechsel auf Linux nimmt Schleswig-Holstein nun auch seine Telefonie in Angriff. Mit der neuen Open-Source-Kommunikations-Architektur, kurz OSKAR, soll in den kommenden drei bis vier Jahren eine einheitliche, offene Kommunikationsplattform für die Landesverwaltung entstehen.
Das europaweite Vergabeverfahren ist abgeschlossen: Den Zuschlag erhält die Viakom GmbH aus Flensburg. Gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein und dem Landes-IT-Dienstleister Dataport soll das Unternehmen die bisherige, über Jahre gewachsene Telefonie-Infrastruktur Schritt für Schritt ablösen.
„Die Modernisierung unserer Telefonie- und Kommunikationslandschaft war ohnehin überfällig. Jetzt verbinden wir diesen notwendigen Schritt mit unserem Weg zu mehr digitaler Unabhängigkeit“, sagt Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. Ziel sei eine Verwaltung, die schneller, sicherer und unabhängiger arbeiten könne. Besonders freue ihn, dass mit Viakom ein Unternehmen aus Schleswig-Holstein den Zuschlag erhalten habe.
Aus alt mach besser
Noch ist die Telefonielandschaft des Landes alles andere als einheitlich. Das Herzstück bildet derzeit eine von der Deutschen Telekom betriebene Voice-over-IP-Lösung auf Basis von Cisco-Technik. Der entsprechende Servicevertrag bestehe bereits seit 1999. Daneben gebe es weiterhin ältere ISDN-Telefonanlagen, für die teilweise kein verlässlicher Service mehr verfügbar sei.
OSKAR soll diese unterschiedlichen Systeme künftig in einer gemeinsamen, offenen Architektur zusammenführen. Bestandteil des Projekts sei außerdem der Aufbau eines Open-Source-Community-Managements, damit die Plattform langfristig gemeinsam weiterentwickelt werden könne.
Schritt für Schritt in die Fläche
Der Wechsel werde nicht auf einen Schlag erfolgen. Zunächst verschwinden die letzten alten ISDN-Anlagen. Bei der HAW Kiel und der Hochschule Lübeck laufen dafür bereits erste Umstellungen.




