Die Kritik an den Sparplänen von Bundesfamilienministerin Karin Prien reißt nicht ab. Anstatt die Altersgrenze beim Unterhaltsvorschuss von 18 auf 16 Jahre zu senken, sollen stattdessen die Kommunen besser ausgestattet werden.
Die Vorsitzende der DBB Bundesfrauenvertretung, Milanie Kreutz, und die Komba-Bundesvorsitzende, Sandra van Heemskerk, sind sich einig: Sie lehnen die geplanten Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss entschieden ab. „Die Regierung setzt den Rotstift bei den Alleinerziehenden an, anstatt konsequent fällige Unterhaltszahlungen einzutreiben. Nicht die Verwaltung spart, sondern die säumigen Partner“, kritisiert Kreutz.
Stattdessen müsse der Staat die zuständigen Stellen personell und organisatorisch ausreichend ausstatten, damit ausstehende Zahlungen wirksam eingetrieben werden könnten, ergänzt van Heemskerk. 2025 seien lediglich 17 Prozent aller säumigen Unterhaltsleistungen vollstreckt worden. Wenn die Kommunen selbst verantwortlich sind, sinke der Anteil auf bis zu fünf Prozent.
Rund 80.000 Kinder sind von der Kürzung betroffen. Besonders Kinder von Alleinerziehenden könnten gezwungen sein, anstelle eines Abiturs und anschließenden Studiums mit 16 Jahren eine Ausbildung zu beginnen oder arbeiten zu gehen, um ihren Lebensunterhalt mitzufinanzieren, befürchten die beiden Gewerkschafterinnen. Zudem seien Wechselwirkungen nicht auszuschließen, dass durch die Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss mehr Familien auf Sozialhilfe angewiesen seien. Das falle wiederum den Kommunen zur Last, so van Heemskerk abschließend.




