Bayern setzt verstärkt auf digitale Technologien im Kampf gegen Extremwetter: Das Digitalministerium stellt weitere 1,58 Millionen Euro für den Ausbau eines KI-gestützten Hochwasser-Frühwarnsystems bereit.
Zusammen mit einer ersten Förderung summiert sich die Unterstützung auf rund zwei Millionen Euro. Das Projekt der Arbeitsgemeinschaft Solidarischer Hochwasserschutz e.V. (ARGE) ist ein umfangreiches kommunales Vorhaben im Bereich digitaler Katastrophenvorsorge.
Im Zentrum steht ein datengetriebenes Echtzeit-System, das moderne Sensorik, Künstliche Intelligenz und einen sogenannten Digitalen Zwilling kombiniert. Mehr als 150 vernetzte Messstationen erfassen Niederschläge, Wasserstände und Bodenfeuchte. Diese Daten werden automatisch übertragen und von KI-Algorithmen analysiert, um daraus präzise Prognosen zu entwickeln. Das Ergebnis: ein aufbereitetes Lagebild, das Kommunen, Feuerwehren und Katastrophenschutzbehörden Entscheidungen ermöglichen kann.
Mehr Zeit durch Daten und KI
Der große Vorteil der digitalen Lösung liege in der Geschwindigkeit und Genauigkeit: Bei Starkregen sollen Vorwarnzeiten von bis zu einer Stunde erreicht werden, bei Hochwasser sogar bis zu 24 Stunden. Gleichzeitig ermögliche die Auswertung der Bodenfeuchte auch Rückschlüsse auf Trockenheitsrisiken.
Mit der zusätzlichen Förderung werde das Sensornetz weiter ausgebaut und das KI-Prognosemodell verfeinert. Auch der Digitale Zwilling des gesamten Einzugsgebiets werde weiterentwickelt, um komplexe Zusammenhänge noch genauer abzubilden. Ein weiterer Schwerpunkt liege auf der offenen Bereitstellung der Daten: Über Plattformen wie das Open Data Portal Bayern sollen die Informationen künftig auch überregional nutzbar werden.




