Früh vergilbtes Laub und absterbende Bäume im Sommer sind deutliche Signale für einen schlechten Zustand von Deutschlands Wäldern. Die Forderung: Es muss mehr zum Schutz des Klimas unternommen werden – auch durch mehr Katastrophenvorsorge.
Die Zahlen der letzten Waldzustandserhebung sind erschreckend: Vier von fünf Bäumen haben Kronenschäden. Lediglich 20 Prozent weisen keine Kronenverlichtung auf, wie es im Fachjargon heißt.
„Wir erleben eine Zeitenwende auch in unseren Wäldern – mit dramatischen Folgen“, fasst Dirk Schäfer, Bundesvorsitzender vom Bund Deutscher Forstleute, die Situation besorgt zusammen. Denn eine Kehrtwende beim Klima sei nicht in Sicht. In 60 bis 80 Jahren könnten möglicherweise nur noch wenige der heimischen Baumarten existieren. Denn Laub- und Nadelbäume wie Buchen, Eichen, Fichten und Kiefern kämen mit der Sommertrockenheit und Hitze nicht mehr zurecht. „Das würde unser Land dramatisch verändern und massive Auswirkungen auf die Natur entfalten“, warnt Schäfer.
Durch den rasanten Klimawandel ist die graduelle und vorausschauende Anpassung der Wälder eine äußerst schwierige Aufgabe geworden. Großflächige entwaldete Gebiete wie im Harz, im Sauerland oder im Thüringer Wald zeigen jetzt schon, wie sich Waldgebiete in den kommenden Jahren entwickeln können. Zwar gibt es in fast allen Ländern Konzepte klimaresilienter Wälder, doch diese reichen nicht aus. „Es ist wichtig, jetzt in den Wald zu investieren“, betont der Bundesvorsitzende und fordert die Regierungen von Bund und Ländern auf, mehr zum Schutz des Klimas und der Umwelt zu unternehmen. Die notwendigen Maßnahmen umfassen dabei drei Bereiche.
Erstens: Die konsequente Verringerung von Treibhausgasemissionen in Verkehr und Bau sowie die Ausweitung des Moorschutzes.
Zweitens: Den weiteren Umbau der Wälder zu klimaresilienten Mischwäldern durch die Anpflanzung klimaangepasster Baumarten und die dafür notwendige Aufstockung des Forstpersonals. Weitere Maßnahmen sind die Etablierung einer sachgerechten Forstbetreuung für Privatwälder, eine waldverträgliche Wasserrückhaltung sowie eine Intensivierung der Waldforschung.
Drittens: Eine Katastrophenvorsorge im Wald durch die Beseitigung von Munitionsaltlasten, den Ausbau von Nasslagerplätzen für schadhaftes Holz und die Etablierung einer bundesweiten Plattform für Großgerät zur Waldbrandbekämpfung, wie Löschflugzeuge und Forstmaschinen.
Letzteres gibt es schon im landwirtschaftlichen Bereich mit der in der Südpfalz gegründeten Plattform „Red Farmers“. Hier können sich Landwirte mit Geräten wie Güllefässern, Grubbern oder Drohnen registrieren, um bei Wald- und Flächenbränden zu unterstützen.





