Nicht mehr einzeln

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Generalmajor a. D. Reinhard Wolski, Dipl.-Ing. (Univ.), ist Experte des Behörden Spiegel und war in seiner letzten Verwendung Chef des Amtes für Heeresentwicklung. (Foto: privat)

Wenn ein Rüstungsvorhaben für ein neues Mehrzweckkampfschiff bzw. eine Fregatte eingeleitet wird, ist es selbstverständlich, dass für dieses Kampfsystem die Fähigkeiten Führung (Operationszentrale und alle Verbindungen nach außen), Aufklärung (Multisensorik), Wirkung (offensiv und defensiv, kinetisch und nicht-kinetisch) sowie Unterstützung (Schutz, Logistik, Technik, Sanitätsversorgung) nach State-of-the-Art abgebildet werden. Die Fregatte wird als Gesamtsystem gerüstet. Ähnliches ist bei der Rüstung von Luftkampfsystemen der Fall – siehe FCAS. Bei den Landstreitkräften ist dies bedauerlicherweise nach wie vor ganz anders:

Für den Fähigkeitserhalt (von Fähigkeitssteigerung ganz zu schweigen) muss jedes Element einzeln begründet werden. Die Funkgeräteausstattung, das Battle Management System, die Rüstung des Heeres in der dritten Dimension einschließlich UAS sind prominente Beispiele. Dabei sollten ein Lenkflugkörper für die Infanterie, ein Sensor an einem Kampffahrzeug, eine Minidrohne oder eine digitale Anbindung nicht mehr einzeln begründet werden müssen. Die Rüstung von Verbänden und Großverbänden (Brigade) der Landstreitkräfte sollte künftig als Gesamtsystem im Verteidigungs- und im Haushaltsausschuss vorgestellt und verhandelt werden. Diese Verfahrensweise könnte jetzt exemplarisch für die Aufstellung der “Mittleren Kräfte” des Heeres angewendet werden. Das wäre ein zielführender Neuanfang!

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