Dass das Technische Hilfswerk (THW) gegen die Zeit, Trümmer oder Schlamm kämpfen kann, ist nicht neu. Nun nehmen sich Kräfte des THW eines neueren Problems der Gefahrenabwehr an: digitale Desinformation.
Das THW beteiligt sich unter Leitung der Universität Potsdam am neuen Forschungsprojekt BOSNET. Das Projekt untersucht, wie behördenübergreifende Informationsbewertung und der Austausch von Wissen im Umgang mit Desinformation künftig besser funktionieren. Der digitale Raum ist für die Organisation jedoch kein Neuland. Mit dem Virtual Operations Support Team (VOST) werden seit einigen Jahren schon erfolgreich Erfahrungen mit Informationen aus dem virtuellen Raum gemacht.
„Als Einsatzorganisation, die mit einer eigenen Einheit im virtuellen Raum bereits Erfahrungen gesammelt hat, stellt das THW sein Know-how bei der Entwicklung praxisnaher Lösungen zum Umgang mit sicherheitsrelevanter Desinformation im Bevölkerungsschutz bereit“, erklärte THW-Präsidentin Sabine Lackner.
Die Ziele des Forschungsprojekts BOSNET sind es, bis Juni 2029 staatliche Institutionen im Kampf gegen digitale Desinformation zu unterstützen sowie Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) zu befähigen, effektiver gegen Desinformation in digitalen Medien vorzugehen. Im Mittelpunkt des Vorhabens stehen die Bewertung von Verdachtsfällen und der Aufbau von Strukturen für einen behördenübergreifenden Wissensaustausch.
Datenbank als Werkzeuge
Die Forschenden wollen unter anderem ein KI-basiertes Analysemodul entwickeln, um Desinformation leichter zu erkennen. Ein neues Vernetzungstool soll den BOS künftig als Wissensdatenbank mit Informationen zu Desinformationsfällen und erfolgten behördlichen Reaktionen dienen, die helfen sollen, das eigene Vorgehen bei Desinformationsfällen besser zu gestalten.
Im Rahmen des Förderprogramms „Vertrauen in Demokratie und Staat: Digitale Desinformation erkennen und abwehren“ wird das Forschungsvorhaben mit rund 2,5 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt finanziert. Die Universität Potsdam koordiniert das Vorhaben; wissenschaftliche Partner sind die Universität Bamberg, die Universität Tübingen mit dem Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW), die Universität zu Köln und der Wirtschaftspartner Virtimo AG.




