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StartDigitalesDie Verwaltung braucht leistungsfähige und sichere Netze

Die Verwaltung braucht leistungsfähige und sichere Netze

Ob Services aus der Cloud, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, das Internet of Things oder Smart-City-Anwendungen: Der Einsatz moderner Technologien ist auf eine performante digitale Infrastruktur angewiesen. Sie bildet das Rückgrat für die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung und ist ein zentraler Faktor für die Standortqualität und Wettbewerbsfähigkeit hierzulande, wie Andreas Schönfeld, Director Enterprises sowie Mitglied des Executive Committees bei Telefónica Deutschland, im Gespräch mit Guido Gehrt erläutert.

Behörden Spiegel: Künstliche Intelligenz verändert unser Leben. Gleichzeitig schreitet die digitale Transformation in der öffentlichen Verwaltung nur langsam voran. Wie beurteilen Sie als Experte für digitale Kommunikation diese Diskrepanz?

Andreas Schönfeld: Wir müssen tatsächlich deutlich mehr Schub in die Digitalisierung der Verwaltung bekommen, damit Deutschland wettbewerbs- und zukunftsfähig bleibt. Ein Beispiel: Ein kleines oder mittelständisches Unternehmen hat hierzulande jedes Jahr im Schnitt 200 Verwaltungskontakte – bei rund 2,5 Millionen KMU sind das jährlich rund eine halbe Milliarde Kontakte. Je schneller und unbürokratischer sie ablaufen, desto weniger Kosten entstehen – für die Unternehmen und für die Verwaltungen selbst. Der Grad der Digitalisierung ist ein wichtiger Standortfaktor für Unternehmen und Bürger. Cloud-Services, das Internet of Things oder Smart-City-Anwendungen helfen uns, Verwaltungsprozesse zu vereinfachen und ressourcenschonender zu arbeiten.

Behörden Spiegel: Über die Digitalisierung der Verwaltung reden wir ja schon seit Jahrzehnten. Wo müssen wir ansetzen, um tatsächlich schneller und besser zu werden?

Schönfeld: Die digitale Infrastruktur ist die Voraussetzung, quasi der Nukleus der Digitalisierung. Ohne sie gibt es keine KI, keine Cloud, keine digitale Zukunft. Erst wenn Verwaltungen über leistungsfähige und sichere Netze verfügen, können sie moderne Technologien zuverlässig nutzen. Das sehen übrigens auch die meisten Bürger so. In einer repräsentativen Umfrage, die wir Anfang des Jahres durchgeführt haben, nannten 72 Prozent eine moderne digitale Infrastruktur als außerordentlich oder sehr wichtig für das Land, um unabhängig und damit wettbewerbsfähig zu bleiben.

Behörden Spiegel: Dann sind doch eher Sie als Telekommunikationsanbieter und Netzbetreiber in der Pflicht?

Schönfeld: Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Das Mobilfunknetz von Telefónica Deutschland erreicht rund 100 Prozent der Menschen dort, wo sie leben und arbeiten, 99 Prozent davon mit 5G. Auch im ersten Halbjahr 2026 haben wir den Ausbau des Mobilfunknetzes weiter beschleunigt. Kurz: Ja, wir haben leistungsstarke Netze in Deutschland. Damit daraus funktionierende digitale Lösungen mit Mehrwert für Bürger und Unternehmen werden, braucht es den Willen und die Fähigkeit, konstruktiv und zielgerichtet zusammenzuarbeiten. Digitalisierungsprojekte gelingen nur, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Es geht darum, Lösungen zu realisieren, die für Bürger und Unternehmen nutzbringend und wertschaffend sind.

Behörden Spiegel: Wo sehen Sie Herausforderungen bei der Digitalisierung der Behörden?

Schönfeld: Die öffentliche Verwaltung ist unglaublich vielfältig; mir fällt kein Unternehmen mit so vielen unterschiedlichen Bereichen und Aufgaben ein. Je nach Standort, Größe, Aufbau und der Aufgabe sind die digitalen Anforderungen völlig unterschiedlich. Hier geht es darum, die passende Lösung zu finden, um die Verwaltungen optimal zu vernetzen. Auf dieser Grundlage können Kommunen Cloud-Anwendungen, digitale Fachverfahren, Online-Portale oder moderne Kommunikationslösungen einsetzen und anbieten.

Behörden Spiegel: Wie geht das? Können Sie uns ein Beispiel nennen?

Schönfeld: Seit 2023 bauen wir gemeinsam mit der ekom21, dem größten kommunalen IT-Dienstleister in Hessen, ein modernes SD-WAN-Netzwerk auf. Über die SD-WAN-Lösung hat die ekom21 mittlerweile rund 500 Kommunen und kommunale Standorte angebunden. 25 weitere sollen noch folgen. Bei Bedarf lassen sich so beispielsweise Cloud-Dienste einfacher integrieren. Automatisierte Sicherheitsfunktionen wie Firewalls lassen sich zentral verwalten und über alle Standorte gleichzeitig ausrollen. Neue Verwaltungseinheiten können schnell angebunden werden und neue digitale Anwendungen und Services stehen schneller zur Verfügung. So entsteht Schritt für Schritt eine moderne Infrastruktur für die digitale Verwaltung in ganz Hessen.

Behörden Spiegel: SD-WAN wird oft als das Netzwerk der Zukunft bezeichnet. Was unterscheidet die Technologie konkret von klassischen WAN-Verbindungen?

Schönfeld: SD-WAN ist ein Weitverkehrsnetz, das Standorte einer Kommune oder eines Unternehmens miteinander verbindet. Eine cloudbasierte Software lenkt den Datenverkehr je nach Anwendung automatisch über das passende Netz – 5G, LTE, Glasfaser, DSL oder MPLS. Die flexiblen Routing-Möglichkeiten erlauben es durch die Priorisierung wichtiger Anwendungen, die Internetanschlüsse optimal auszulasten. Programme, bei denen es keine Latenz geben darf, werden durch die Software über das schnellere Netz geleitet. MPLS-Standleitungen, deren Ausbau und Schaltung kostspielig sind, werden außen vor gelassen, wenn sie für den jeweiligen Datenfluss nicht unbedingt nötig sind.

Behörden Spiegel: Kann ein Netz mit so vielen Zugangspunkten die hohen Sicherheitsanforderungen des öffentlichen Sektors erfüllen?

Schönfeld: SD-WAN ist deutlich sicherer als herkömmliche Netzwerke. Kommunen profitieren von einheitlichen Sicherheitsstandards und einem geringeren Verwaltungsaufwand. Hinzu kommen verschlüsselte Verbindungen und eine höhere Resilienz der Infrastruktur. Die Netzwerkinfrastruktur von Telefónica Deutschland ermöglicht den Zugang zu modernen digitalen Technologien und gibt Kommunen gleichzeitig die notwendige Kontrolle über ihre digitale Umgebung.

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