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StartVerteidigungBoeing und RTX sollen die Munitionsproduktion ankurbeln

Boeing und RTX sollen die Munitionsproduktion ankurbeln

Angesichts der wachsenden Bedarfe im Iran-Krieg ist die US-amerikanische Regierung bestrebt, die Produktionskapazitäten der heimischen Rüstungsindustrie anzukurbeln. Jüngstes Beispiel ist ein vergangene Woche unterzeichneter Vertrag zwischen dem Verteidigungsministerium (DoW), Boeing und RTX.

Gegenstand ist die Produktion der Standard Missile-3 (SM-3). Der entsprechende Kontrakt ist auf sieben Jahre ausgelegt. Über den Vertragswert bewahrten alle Beteiligten Stillschweigen. Auch wie viele Einheiten pro Jahr produziert werden sollen, ließen sowohl die Industrie als auch das Ministerium offen.

Dass die Vertragslaufzeit so lang ausgefallen ist, hat zwei Gründe. Erstens ermöglicht das Boeing, mit der Fertigung bestimmter Bauteile zu beginnen, bevor für diese ein konkreter Einzelauftrag vorliegt. Zweitens soll das Boeing und der nachgeschalteten Zulieferindustrie die nötige Sicherheit geben, um langfristig Produktionskapazitäten aufzubauen.

Konkret betrifft die Abmachung zentrale Komponenten für die seegestützte Raketenabwehr. Boeing zeichnet dabei für die Avionik und die Auswurfvorrichtungen verantwortlich. Hauptauftragnehmer Raytheon führt die Komponenten zusammen und übernimmt die Endmontage. Der Vertrag bezieht sich dabei sowohl auf die Modellvarianten SM-3 Block IB als auch auf die SM-3 Block IIA. Erstere ist die bislang am weitesten verbreitete Variante. Die Block IIA wurde wiederum gemeinsam mit Japan entwickelt und verfügt über einen größeren Treibsatz. Darüber hinaus ist der Suchkopf für höhere Geschwindigkeiten und erweiterte Reichweiten optimiert.
Beide Lenkflugkörper sind Teil des Aegis-Raketenabwehrsystems. Sie dienen der Bekämpfung ballistischer Raketen in der mittleren Flugphase. Sie treffen noch außerhalb der Erdatmosphäre auf die zu bekämpfenden Ziele.

Die Bestände schwinden

Dass das Pentagon in den vergangenen Monaten verstärkt daran arbeitet, die Munitionsbestände aufzustocken, kommt nicht überraschend. Seit dem ersten Gefechtseinsatz im April 2024 zur Abwehr iranischer Raketenangriffe auf Israel sowie weiteren Starts im Rahmen der Operation Epic Fury sind die Reserven der US-Streitkräfte massiv geschrumpft. Laut einer Studie des Center for Strategic and International Studies (CSIS) beträgt der Bestand Ende 2025 etwa 414 Einheiten. Im Rahmen von Kampfeinsätzen sollen US-Truppen etwa 130 bis 250 Raketen abgefeuert haben. Diese wieder aufzufüllen, wird nach einer Einschätzung des Think Tanks trotz der gesteigerten Produktionskapazitäten noch bis zum Jahr 2029 dauern.

Der zweite Streich

Der Sieben-Jahres-Vertrag mit Boeing und RTX folgt dem Beispiel eines ähnlich gelagerten Kontrakts, den das DoW bereits im März dieses Jahres mit Boeing und Lockheed Martin geschlossen hat. Diese Vereinbarung sieht vor, die Produktionskapazität für Suchköpfe des Patriot Advanced Capability-3 Missile Segment Enhancement (PAC-3 MSE) zu verdreifachen. Bereits damals erklärte der für Beschaffung und Instandhaltung zuständige Unterstaatssekretär Michael Duffey, dass das Pentagon von bisherigen Beschaffungsmodellen zugunsten direkter, langfristiger Partnerschaften mit kritischen Zulieferern abrücke. In diesen Kontext stellt Duffey auch den Sieben-Jahres-Vertrag aus der vergangenen Woche. „Wir stabilisieren unsere Lieferketten, weiten die Munitionsproduktion aus und stellen unsere gesamte Verteidigungsindustrie auf Kriegswirtschaftslogik (war footing) um“, so der Unterstaatssekretär.

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